19 June 2026, 20:02

Apotheken kämpfen mit steigenden Kosten durch Tarifende und Mindestlohn

Tarif und Mindestlohn: Adexa verhandelt neu

Apotheken kämpfen mit steigenden Kosten durch Tarifende und Mindestlohn

Apotheken in Deutschland stehen vor steigenden Kosten, da Tarifverträge auslaufen

In Deutschland sehen sich Apotheken mit wachsenden Belastungen konfrontiert, da mehrere Tarifverträge kurz vor ihrem Ablauf stehen. Mehrere regionale Vereinbarungen enden 2026, während bereits neue Verhandlungen in Vorbereitung sind. Gleichzeitig belastet die deutliche Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns die Arbeitgeber zusätzlich.

Der aktuelle Adexa-ADA-Tarifvertrag läuft am 31. Dezember 2026 aus. In Sachsen endet die geltende Lohnvereinbarung für Apotheken ebenfalls zu diesem Zeitpunkt. In Nordrhein-Westfalen hingegen läuft die Regelung mit dem Tarifverband der Leitenden Apothekenangestellten (TGL) bereits früher ab – am 30. Juni 2026.

Eine Lohnerhöhung um drei Prozent, die zum 1. Januar 2026 in Kraft trat, kostet die Apotheken im Schnitt 9.500 Euro pro Jahr. Die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro schlägt mit zusätzlichen 700 Euro Jahreskosten pro Apotheke zu Buche. Eine weitere Erhöhung steht zum 1. Januar 2027 an, wenn der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigt – ein Anstieg um 17,6 Prozent seit 2024.

Andreas May, Vorstandsmitglied von Adexa, bestätigte, dass die Lohnverhandlungen nach Auslaufen der aktuellen Verträge wiederaufgenommen werden. Die Treuhand Hannover warnte, dass die steigenden Kosten die Apothekenbetreiber stark belasten werden.

Das gleichzeitige Auslaufen mehrerer Tarifverträge 2026 wird neue Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften auslösen. Zudem müssen die Apotheken die höheren Mindestlohnkosten tragen, wobei weitere Erhöhungen bereits feststehen. Die kombinierte Wirkung wird die Branche finanziell deutlich unter Druck setzen.

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