Audi verliert Technologie-Vorstand Knirsch wegen Diesel-Skandal-Ermittlungen
Elias FrankeAudi verliert Technologie-Vorstand Knirsch wegen Diesel-Skandal-Ermittlungen
Audis Technologie-Vorstand Stefan Knirsch verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Der Rücktritt erfolgt im Zuge der anhaltenden Ermittlungen zum Diesel-Abgasskandal, der erstmals im September 2015 bekannt wurde. Die Staatsanwaltschaft prüft weiterhin die Rolle von Audi-Ingenieuren, darunter Knirsch, bei den Software-Manipulationen.
Stefan Knirsch begann seine Karriere bei Audi 1990 und kehrte 2013 als Leiter der Motorenentwicklung zurück. Im Dezember 2016 wurde er in den Vorstand berufen, wobei der damalige Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler vollstes Vertrauen in seine Führung äußerte. Vor Amtsantritt unterzeichnete Knirsch jedoch eine formelle Erklärung, in der er versicherte, vor September 2015 keine Kenntnis von den Diesel-Manipulationen gehabt zu haben.
Eine Untersuchung einer US-Anwaltskanzlei ergab später, dass Knirsch über die Software-Manipulationen bei Audi-Dieselmotoren informiert war. Auch Mitarbeiter belasteten ihn in der Affäre. Unterdessen lehnte die US-Behörde Audis Rückrufplan für betroffene Fahrzeuge als unzureichend ab und zwang das Unternehmen, bis zum 24. Oktober einen überarbeiteten Vorschlag einzureichen.
Die Volkswagen Gruppe hatte gehofft, den Jahrestag des Skandals nutzen zu können, um den Fokus auf zukünftige Pläne zu lenken. Doch die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt weiterhin gegen 30 Beschuldigte, darunter Audi-Ingenieure, sodass die Angelegenheit weiterhin ungelöst bleibt. Seit Bekanntwerden des Skandals haben sowohl Audi als auch Volkswagen Marktanteile an die Konkurrenz verloren.
Knirschs Abgang erfolgt inmitten wachsendem rechtlichen und regulatorischen Druck auf Audi. Das Unternehmen muss nun den überarbeiteten Rückrufplan umsetzen und gleichzeitig mit den laufenden Ermittlungen kooperieren. Sein Rücktritt markiert einen weiteren Rückschlag in den Folgen der Diesel-Abgasaffäre.






