Bayerische Gymnasien droht Lehrkräftemangel trotz steigender Schülerzahlen bis 2026
Finn HerrmannBayerische Gymnasien droht Lehrkräftemangel trotz steigender Schülerzahlen bis 2026
Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat vor Personalmangel an Gymnasien und Berufsoberschulen gewarnt. Laut dem Verband sollen trotz steigender Schülerzahlen und wachsender Belastung der Lehrkräfte im Jahr 2026 keine neuen Stellen geschaffen werden.
Zwischen 2021 und 2025 wurden an bayerischen Gymnasien und Berufsoberschulen rund 4.200 neue Lehrkräfte eingestellt. Davon entfielen etwa 3.100 auf die Gymnasien, während die Berufsoberschulen 1.100 neue Stellen erhielten. Im gleichen Zeitraum stieg die Schülerzahl um etwa 5 Prozent – an den Gymnasien kamen 12.000 Schülerinnen und Schüler hinzu, an den Berufsoberschulen 2.500.
Der bpv kritisiert, dass der Personalaufwuchs mit der Nachfrage nicht Schritt halte. Der stellvertretende Vorsitzende Benedikt Karl bemängelte den Einstellungsstopp des Freistaats und betonte, dass das grundlegende Prinzip "mehr Schüler brauchen mehr Lehrkräfte" ignoriert werde. Der Verband warnt zudem vor Kürzungen der Unterrichtsstunden und einer höheren Arbeitsbelastung für das bestehende Personal.
Bildungsministerin Anna Stolz setzt hingegen auf eine flexiblere Einsatzplanung der vorhandenen Lehrkräfte. Derweil hat der bpv einen neuen Preis ins Leben gerufen: "Gemeinsam handeln" zeichnet Schulen aus, die durch besonders gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Personalvertretungen und Lehrkräften überzeugen.
Die Warnungen des bpv unterstreichen die Kluft zwischen wachsenden Schülerzahlen und stagnierenden Personalstandards. Ohne zusätzliche Einstellungen könnten die Schulen in den kommenden Jahren weiter unter Druck geraten. Der neue Preis soll zwar die Teamarbeit fördern, doch das Kernproblem des Lehrkräftemangels bleibt ungelöst.






