26 March 2026, 14:02

Bayern riskiert Milliardendeal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und Alternativen

Eine Karte der Vereinigten Staaten, auf der Unternehmenslogos und Texte die Standorte des Software-Ökosystems angeben.

Bayern riskiert Milliardendeal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und Alternativen

Bayern steht vor dem Abschluss eines Milliardendeals mit Microsoft bis Jahresende

Bis Ende des Jahres soll Bayern einen großen Vertrag mit Microsoft finalisieren. Die als Bayerischer Microsoft-Vertrag bekannte Vereinbarung sieht vor, dass Städte und Kommunen die Premium-Suite Microsoft 365 E5 – inklusive Teams – einführen. Die geschätzten jährlichen Kosten für die Steuerzahler belaufen sich auf über 200 Millionen Euro. Kritiker werfen der Landesregierung vor, die Region damit langfristig an einen einzigen US-Konzern zu binden, ohne Alternativen zu prüfen.

Der Vertrag wird öffentlichen Einrichtungen in ganz Bayern Zugang zu Microsofts hochpreisiger Softwarelösung verschaffen. Zwar ist die genaue jährliche Belastung noch unklar, doch Schätzungen zufolge könnte der Deal die Bürger über 200 Millionen Euro pro Jahr kosten. Über fünf Jahre summiert sich die Summe auf fast eine Milliarde Euro – und das ohne Ausschreibungsverfahren.

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Lokale IT- und Open-Source-Unternehmen üben scharfe Kritik an der Entscheidung. Sie bemängeln, dass der Verzicht auf eine Ausschreibung europäische Alternativen ausschließt und öffentliche Gelder an einen ausländischen Konzern fließen. Der Deal fällt in eine Zeit zunehmender Spannungen zwischen europäischen Behörden und US-Techgiganten, die sich seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit noch verschärft haben.

Für Microsoft bedeutet die Vereinbarung einen erheblichen Einnahmenschub bei minimalem Aufwand. Der stetige Geldstrom soll aktuelle Verluste ausgleichen und die starke Börsenperformance des Unternehmens stützen. Andere öffentliche Institutionen wie der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag setzen indes auf einen gegensätzlichen Kurs: Sie wechseln zu Open-Source-Plattformen wie OpenDesk, um möglichen US-Sanktionen aus dem Weg zu gehen.

Der Bayerische Microsoft-Vertrag vertieft die Abhängigkeit der Region vom Ökosystem des US-Konzerns. Ohne Wettbewerbsverfahren und mit einer mehrjährigen Bindung sichert der Deal Microsoft langfristige Einnahmen. Gleichzeitig unterstreicht er die wachsende Kluft zwischen den Bemühungen Europas um digitale Souveränität und der anhaltenden Abhängigkeit von US-Lösungen.

Quelle