Bayern stoppt Ferienwohnungs-Boom mit neuem Gesetz gegen Wohnraummissbrauch
Philipp KochNeue Transparenz zur Verhinderung von Missbrauch von Wohnraum - Bayern stoppt Ferienwohnungs-Boom mit neuem Gesetz gegen Wohnraummissbrauch
Bayern führt als erstes Bundesland Gesetz gegen Ferienwohnungs-Missbrauch ein
Bayern ist das erste deutsche Bundesland, das ein Gesetz zur Regulierung von Kurzzeitferienvermietungen verabschiedet hat. Das neue Gesetz zur Bekämpfung des Wohnraummissbrauchs, das vom Landtag gebilligt wurde, führt ein digitales Registrierungssystem für alle kurzfristigen Vermietungen ein. Die Maßnahmen sollen der Wohnungsnot entgegenwirken, indem sie verhindern, dass Vermieter Wohnungen in teure Touristenunterkünfte umwandeln.
Das Gesetz setzt eine EU-Verordnung um, die vorschreibt, dass alle, die eine Immobilie auf Plattformen wie Airbnb anbieten, sich bei den lokalen Behörden registrieren müssen. Ab dem 1. April 2026 müssen Gastgeber eine Registriernummer an die Buchungsportale übermitteln, bevor sie ihre Unterkunft inserieren dürfen. Kommunen erhalten zudem Zugang zu einem EU-weiten Datenaustauschsystem, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen und Verstöße zu ahnden.
Bayern ist das erste Bundesland, das die EU-Verordnung 2024/1028 in verbindliches Landesrecht umsetzt. Zwar gibt es in Städten wie München, Berlin und Frankfurt bereits lokale Beschränkungen, doch kein anderes Bundesland hat bisher ein flächendeckendes digitales Registrierungssystem eingeführt. Der Schritt folgt auf Kritik, dass Kurzzeitvermietungen die Wohnungsnot verschärfen, indem sie die Mieten in die Höhe treiben und den Bestand an Langzeitwohnraum verringern.
Das neue System ermöglicht es den Behörden, Angebote effizienter zu überwachen. Plattformen, die Registriernummern nicht prüfen, müssen mit Strafen rechnen – damit soll die Kontrolle über den Vermietungsmarkt verschärft werden.
Das Gesetz tritt Anfang 2026 in Kraft und gibt den Kommunen wirksamere Instrumente an die Hand, um Kurzzeitvermietungen zu steuern. Durch die Anbindung an das EU-Datennetzwerk will Bayern den Missbrauch von Wohnraum verhindern und den Druck auf angespannte Wohnungsmärkte verringern. Andere Bundesländer könnten nun ähnliche Maßnahmen in Betracht ziehen, um steigende Mieten und Wohnungsmangel zu bekämpfen.






