Blutdruckmedikament Nitrendipin bleibt in Deutschland knapp – wann Besserung kommt
Philipp KochBlutdruckmedikament Nitrendipin bleibt in Deutschland knapp – wann Besserung kommt
Deutschland leidet unter anhaltendem Mangel an Nitrendipin
In Deutschland herrscht weiterhin ein Engpass bei Nitrendipin, einem Kalziumkanalblocker, der zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird. Das Medikament ist seit dem letzten Sommer in beiden Dosierungen – 10 mg und 20 mg – bei allen Herstellern nicht mehr verfügbar. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat es offiziell in die Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten aufgenommen.
Nitrendipin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die durch die Blockade des Kalziumeinstroms in die Zellen wirken. Dadurch bleiben die Arterien entspannt, was zur Senkung des Blutdrucks beiträgt. Es zählt zur Untergruppe der Nifedipin-ähnlichen Kalziumkanalblocker, zu der auch Verapamil- und Diltiazem-Typ-Wirkstoffe gehören.
Von den Lieferengpässen sind mehrere Arzneimittelklassen betroffen, darunter auch ältere Wirkstoffe wie Nitrendipin. Der Hersteller Aristo meldete Produktionsprobleme bei der 20-mg-Variante; der Mangel soll voraussichtlich bis Ende 2023 anhalten. Patienten, die Nitrendipin einnehmen, wird empfohlen, es nach den Mahlzeiten einzunehmen, während Lercanidipin vor dem Essen eingenommen werden muss – zudem sollte Grapefruit gemieden werden.
Ratiopharm und Aliud Pharma erwarten, die Lieferung der 20-mg-Version bis Ende März wiederaufnehmen zu können. Ein weiterer Hersteller, AbZ, rechnet damit, die Auslieferungen bis Ende Mai fortzusetzen. Kalziumkanalblocker dürfen jedoch nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem akuten Herzinfarkt eingesetzt werden.
Die Rückkehr von Nitrendipin 20 mg durch einige Anbieter wird die Situation für Patienten und medizinisches Personal entlasten. Das Medikament bleibt ein wichtiges Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck. Mit der Behebung der Produktionsprobleme durch die Hersteller wird in den kommenden Monaten mit einer Stabilisierung der Versorgung gerechnet.






