BMW und Audi rüsten Diesel nach – doch Städte zweifeln an der Wirkung
Philipp KochBMW und Audi rüsten Diesel nach – doch Städte zweifeln an der Wirkung
Die Automobilhersteller BMW und Audi haben zugesagt, die Hälfte ihrer in Deutschland zugelassenen Diesel-Fahrzeuge mit Euro-5-Norm nachzurüsten, um die Emissionen zu senken. Doch die Verantwortlichen in Bayerns größten Städten zeigen sich von den Plänen wenig überzeugt. Zweifel bleiben, ob die Maßnahmen rechtzeitig die gesetzlichen Luftqualitätsziele erfüllen werden.
Die beiden Konzern hatten ihr Nachrüstprogramm vorgestellt, um die Schadstoffbelastung älterer Dieselmodelle zu verringern. Ulrich Maly, Präsident des Bayerischen Städtetags und SPD-Mitglied, stellte jedoch dessen Wirksamkeit infrage. Er argumentierte, dass die Städte weniger Probleme mit der Luftqualität hätten, wenn die Hersteller von Anfang an die beworbenen Emissionswerte eingehalten hätten.
Maly warnte zudem davor, die Folgen der Versäumnisse der Autoindustrie auf Kommunen und Bürger abzuwälzen. Er betonte, dass die Städte nicht für Versagen bezahlen sollten, das außerhalb ihres Einflussbereichs liege. Gerichte haben bereits angedeutet, dass sie notfalls Fahrverbote verhängen könnten, falls die Luftqualitätsstandards weiterhin verletzt werden.
Über die Nachrüstpläne hinaus forderte Maly mehr staatliche Unterstützung, um die städtischen Busflotten zu modernisieren. Er setzte sich für Fördermittel ein, um umweltfreundliche Antriebssysteme einzuführen und so die Emissionen weiter zu reduzieren. Dennoch bleiben viele zentrale Details des Nachrüstprogramms der Hersteller unklar – die Städte wissen nicht, welche Auswirkungen es tatsächlich haben wird.
Die Nachrüstzusagen von BMW und Audi erfassen zudem nur einen Teil der betroffenen Fahrzeuge. Die Behörden fordern weiterhin schnellere Maßnahmen und klarere Konzepte, um die Luftqualitätsvorgaben einzuhalten. Ohne weitere Schritte könnten in stark belasteten Gebieten weiterhin Fahrverbote drohen.






