Brandenburgs Schulen kooperieren mit der Bundeswehr – und lösen Streit aus
Lara BauerBrandenburgs Schulen kooperieren mit der Bundeswehr – und lösen Streit aus
Das Bildungsministerium Brandenburgs und die Bundeswehr haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um die Bildungsangebote an Schulen zu stärken. Die Vereinbarung schafft einen verbindlichen Rahmen für die langfristige Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen – und hat bereits heftige Reaktionen aus der Politik ausgelöst.
Dem Vertrag zufolge können Jugendoffiziere der Bundeswehr als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht eingeladen werden. Ihr Einsatz hängt von der Entscheidung der jeweiligen Schule ab und muss sich am bestehenden Lehrplan orientieren. Die Offiziere werden sich dabei am Beutelsbacher Konsens halten, der Indoktrination verbietet und eine ausgewogene Diskussion sicherstellt.
Ziel der Initiative ist es, das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler zu fördern und Einblicke in staatliche Verantwortungsbereiche zu geben. Die Jugendoffiziere sollen als Gesprächspartner zu Themen wie deutscher Außen- und Sicherheitspolitik, globalem Krisenmanagement und europäischen Sicherheitsinteressen fungieren. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte, wie wichtig es sei, sicherheitspolitische Fragen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Die BSW-Fraktion im Landtag übt scharfe Kritik an der Vereinbarung. Sie bezeichnet das Vorhaben als „institutionalisierte Kriegspropaganda im Klassenzimmer“ und fordert die sofortige Aussetzung des Vertrags.
Die Vereinbarung bietet Schulen eine strukturierte Möglichkeit, mit Jugendoffizieren der Bundeswehr zusammenzuarbeiten – sofern sie dies wünschen. Sie legt klare Regeln für Unterrichtsgespräche fest, überlässt die Teilnahme aber der freien Entscheidung. Die Debatte über Sinn und Wirkung des Vertrags hält unter politischen und bildungspolitischen Akteuren weiterhin an.






