Bundestag diskutiert Verzicht auf 4,2-Prozent-Gehaltserhöhung für Abgeordnete
Lara BauerBundestag diskutiert Verzicht auf 4,2-Prozent-Gehaltserhöhung für Abgeordnete
Eine geplante Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent für deutsche Abgeordnete hat im Bundestag eine Debatte ausgelöst. Die Anpassung, durch die die monatlichen Bezüge von 11.833,47 Euro auf 12.330,48 Euro steigen sollen, kommt zu einer Zeit stark gestiegener Spritpreise und finanzieller Belastungen für die Bürger:innen. Nun prüfen sowohl SPD als auch CDU/CSU, ob sie auf die Erhöhung vollständig verzichten sollen.
Die SPD hat einen Vorschlag eingebracht, die diesjährige Gehaltsanpassung für Parlamentarier:innen zu streichen. Dieser Vorstoß folgt früheren Forderungen des CDU-Abgeordneten Wilhelm Gebhard, der argumentiert hatte, Politiker:innen sollten angesichts der wirtschaftlichen Belastung vieler Haushalte auf die Erhöhung verzichten.
Innerhalb der CDU/CSU laufen derzeit interne Beratungen, wie mit der Angelegenheit umgegangen werden soll. Aus Kreisen der Union heißt es, man hätte die Sache lieber im Stillen mit der SPD geklärt, bevor sie öffentlich wird. Eine der erwogenen Optionen sieht vor, den automatischen Anpassungsmechanismus auszusetzen, der die Abgeordnetenbezüge derzeit an die Inflation und die Besoldung im öffentlichen Dienst koppelt.
Steffen Bilger von der CDU/CSU betonte, dass die Höhe der Parlamentsdiäten durch ein unabhängiges Verfahren festgelegt werde und keine politische Entscheidung sei. Dieses System garantiere Transparenz und schließe direkte Einflussnahme auf die Vergütung aus. Gleichzeitig wurden jedoch auch Alternativen zum Verzicht auf die Erhöhung diskutiert – etwa höhere Eigenbeiträge der Abgeordnete zur Altersvorsorge oder Kürzungen bei den Aufwandsentschädigungen.
Nun werden die Gremien der CDU/CSU prüfen, ob der automatische Gehaltsanpassungsmechanismus für dieses Jahr ausgesetzt werden soll. Das Ergebnis der internen Beratungen wird entscheiden, ob die Abgeordnete die geplante Gehaltserhöhung erhalten. Eine Aussetzung wäre ein seltener Bruch mit dem bisherigen System der automatischen Anpassung. Die Entscheidung wird nicht nur die Einkommen der Parlamentarier:innen direkt betreffen, sondern auch ein Signal an die Öffentlichkeit senden – vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die steigenden Lebenshaltungskosten.






