09 June 2026, 22:02

Bundesweiter Apothekerstreik scheitert in Baden-Württemberg an Ministeriumsentscheid

LAV: Kann Berufsverband keine Schließungsappelle rechtfertigen

Bundesweiter Apothekerstreik scheitert in Baden-Württemberg an Ministeriumsentscheid

Apotheker in ganz Deutschland hatten für den 23. März einen bundesweiten Streik geplant, um höhere Löhne durchzusetzen und auf die schwierige Lage der örtlichen Apotheken aufmerksam zu machen. Geplant waren Schließungen, eingeschränkte Dienstleistungen und symbolische Aktionen wie das Tragen von Warnwesten. Doch eine kurzfristige Entscheidung des Sozialministeriums Baden-Württemberg durchkreuzte die Pläne in diesem Bundesland.

Mit dem Streik wollten die Apotheker auf sinkende Vergütungen und die abnehmende Zahl unabhängiger Apotheken hinweisen. Mehrere Landesverbände hatten ihre Mitglieder zur Teilnahme aufgerufen, wobei nur der Notdienst aufrechterhalten werden sollte. Den Apotheken wurde dabei Flexibilität eingeräumt: Wer am 23. März nur drei Stunden öffnete, durfte den Rest des Tages rechtmäßig schließen.

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Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg hatte die Schließungen zunächst unterstützt, ruderte jedoch zurück, nachdem das Ministerium sie für rechtswidrig erklärt hatte. Als Begründung wurde ein Allgemeinerlass angeführt, der Apotheken erlaubt, an einem Tag pro Woche nur drei Stunden zu öffnen. Wer diese Option nutzte, sollte die Kammer elektronisch über die geänderten Öffnungszeiten informieren.

Für diejenigen, die trotzdem am Streik teilnehmen wollten, schlug der Verband alternative Protestformen vor – etwa gedimmtes Licht, Absperrband vor den Eingängen oder die Bedienung von Kunden ausschließlich über den Notdienstschalter. Zudem wurden die Mitglieder aufgefordert, die Presse einzubinden oder durch das Tragen von Warnwesten Solidarität zu zeigen.

Während der Streik in den meisten Regionen wie geplant stattfand, mussten die Apotheker in Baden-Württemberg ihre Pläne anpassen. Durch den Eingriff des Ministeriums waren flächendeckende Schließungen dort nicht möglich, andere Protestaktionen blieben jedoch erlaubt. Die Aktion unterstrich die anhaltenden Spannungen um die Finanzierung und die Zukunft der lokalen Apotheken in Deutschland.

Quelle