Caren Jess entfesselt mit Die Katze Eleonore eine radikale Tiermetapher auf der Berliner Bühne
Finn HerrmannCaren Jess entfesselt mit Die Katze Eleonore eine radikale Tiermetapher auf der Berliner Bühne
Caren Jess hat ihr neuestes Theaterstück uraufgeführt
Die Katze Eleonore erzählt die Geschichte einer Frau, die sich in eine Katze verwandelt, um den Lasten des Menschseins zu entfliehen. Das Stück setzt sich mit Themen wie Kolonialismus, Kapitalismus und den Mythen rassischer Überlegenheit auseinander. Jess verflicht persönliche Elemente in die Handlung, darunter Erinnerungen an ihre Großmutter Erdmuth, die Vögel an ihren Rufen erkennen konnte.
Bookpink – Neue Ankünfte entfaltet sich in drei Szenen, die jeweils untersuchen, wie Tiere unter menschlicher Kontrolle leiden. Die erste begleitet die Familie Adler, die ihren nationalistischen Überzeugungen immer schärferen Ausdruck verleiht. Der zweite Akt kreist um eine Kolibri-Influencerin, deren Sterilisationsprozedur schrecklich schiefgeht und sie mit einer schweren Hirnschädigung zurücklässt. Durchgehend hinterfragt das Stück den Sozialdarwinismus, den Biologismus und die Zwänge struktureller Gewalt.
Die mutigen Kostüme und das Bühnenbild verleihen der Inszenierung eine Pop-Art-Energie. Jess' Werk fordert das Publikum weiterhin mit einer Mischung aus surrealem Erzählstil und politischer Tiefe heraus.
Ihr jüngstes Stück ist nun in Berlin an den Start gegangen, nachdem Die Katze Eleonore im vergangenen Jahr in Dresden Premiere feierte. Beide Werke bedienen sich tierischer Metaphern, um menschliche Systeme der Unterdrückung bloßzulegen. Die lebendige Inszenierung und die vielschichtigen Themen machen sie zu einer unverwechselbaren Stimme im zeitgenössischen Theater.






