30 April 2026, 10:01

Darmbakterien könnten Krebstherapien revolutionieren – neue Studie zeigt erstaunlichen Effekt

Plakat mit dem Text "gesunde Ern├Ąhrung kann Ihr Risiko für bestimmte Krebsarten verringern" neben Bildern von Brot, Erdbeere und Trauben.

Darmbakterien könnten Krebstherapien revolutionieren – neue Studie zeigt erstaunlichen Effekt

Eine neue Studie zeigt, wie Darmbakterien die Wirksamkeit von Krebstherapien steigern könnten. Forscher entdeckten, dass bestimmte bakterielle Stoffwechselprodukte die Fähigkeit von Immunzellen verstärken, Tumore anzugreifen. Die in Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse deuten auf einen möglichen Weg hin, die Behandlung von soliden Tumoren zu verbessern.

Im menschlichen Darm leben etwa 100 Billionen Bakterienzellen aus Tausenden von Arten. Dieses Mikrobiom beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen, darunter das Immunsystem. Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass bakterielle Metaboliten die Wirksamkeit von tumorbekämpfenden Immunzellen erhöhen können.

Im Mittelpunkt der Forschung standen kurzketten Fettsäuren, insbesondere Butyrat und Pentanoat. Diese Verbindungen steigerten die zytotoxische Aktivität von CD8-T-Zellen – auch als Killerzellen bekannt. In Experimenten zeigten tumorspezifische T-Zellen, die mit Pentanoat behandelt wurden, eine stärkere Fähigkeit, solide Tumormodelle zu bekämpfen.

Dr. Maik Luu, Postdoktorand im Labor von Professor Michael Hudecek, leitete die Untersuchung. Zum Team gehörte auch Professor Alexander Visekruna vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Philipps-Universität Marburg. Die Forscher identifizierten Megasphaera massiliensis als einen wichtigen Pentanoat-Produzenten im Darm.

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Die Erkenntnisse könnten praktische Anwendungen haben. So könnte die Vorbehandlung von CAR-T-Zellen mit kurzkettigen Fettsäuren vor der Infusion beim Patienten deren Wirksamkeit gegen solide Tumore verbessern.

Die Studie unterstreicht den direkten Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Krebstherapien. Durch den Einsatz bakterieller Metaboliten wie Pentanoat ließen sich möglicherweise immunbasierte Behandlungen verstärken. Weitere Forschungen werden zeigen, wie sich diese Ergebnisse in die klinische Praxis übertragen lassen.

Quelle