Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – selbst in windschwachen Regionen bis 2030
Philipp KochDeutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – selbst in windschwachen Regionen bis 2030
Deutschland treibt den Ausbau der Windenergie auch in Regionen mit den geringsten Windaufkommen voran. Umweltminister Carsten Schneider plant bis 2030 rund 2.000 neue Windräder zu errichten, um die Abhängigkeit von den windreichen nördlichen Bundesländern zu verringern. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem hohe Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie bedrohen.
Süddeutschland hat seit langem Schwierigkeiten, mit der Windstromproduktion des Nordens mitzuhalten. Bayern etwa verzeichnet einen durchschnittlichen "Gütefaktor" für Wind von nur 55 Prozent – viele Anlagen in windschwachen Gebieten sind dabei auf Subventionen angewiesen. Die Bundesregierung will nun zusätzliche Ausschreibungen für 12 Gigawatt Leistung vornehmen und auch weniger effiziente Standorte finanziell fördern.
Schneiders Strategie sieht vor, das Referenzertragsmodell beizubehalten, das die Rendite von Windrädern in windschwachen Regionen erhöht. Damit soll eine gleichmäßigere Verteilung der Windparks über das gesamte Landesgebiet erreicht werden. Allerdings ist noch unklar, wie viele der geplanten 2.000 Anlagen auf die fünf windärmsten Bundesländer entfallen werden – ebenso wie die genauen Standorte.
Die Strompreise in Deutschland zählen bereits zu den höchsten Europas: Für energieintensive Unternehmen lagen sie 2024 im Schnitt bei 10,5 Cent pro Kilowattstunde. Der Ausbau in windschwachen Regionen könnte die Kosten weiter belasten, da die Subventionen für diese Gebiete beträchtlich bleiben.
Ziel des Plans ist es, die Windstromerzeugung bundesweit auszugleichen und die Abhängigkeit von langfristigen Stromtrassen zu verringern. Bis 2030 könnten die neuen Anlagen regionale Unterschiede bei der Energieerzeugung verringern. Doch die finanziellen Folgen für die Industrie, die bereits mit hohen Stromkosten kämpft, bleiben eine zentrale Sorge.






