Drohen Deutschland bald leere Tankstellen durch gestörte US-Öllieferungen?
Philipp KochDrohen Deutschland bald leere Tankstellen durch gestörte US-Öllieferungen?
Deutschland drohen Kraftstoffengpässe an Tankstellen, falls US-Öllieferungen weiter gestört werden
Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der die Spannungen im Golfregion die globalen Energieflüsse weiterhin belasten. Innerhalb der Regierung gibt es unterschiedliche Einschätzungen, wie schwerwiegend die Auswirkungen auf die heimischen Kraftstoffreserven ausfallen könnten.
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat zur Sperrung der Straße von Hormus geführt, einer entscheidenden Route für Öllieferungen. Zwar deckt Deutschland den Großteil seines Bedarfs selbst – die heimischen Raffinerien produzieren sogar etwas mehr Benzin, als das Land verbraucht –, doch bei Diesel liegt die inländische Produktion nur bei 90 Prozent des Bedarfs.
Das Wirtschaftsministerium warnt, dass es bereits Ende April oder Anfang Mai zu Engpässen kommen könnte, sollte sich die Krise im Golf weiter zuspitzen. Dennoch sieht die Bundesregierung derzeit keine akute Gefahr eines physischen Versorgungsmangels. Unterdessen betonten US-Beamte, darunter Energieministerin Jennifer Wright und Innenminister Doug Burgum, dass keine Pläne bestünden, die Ausfuhr von Öl und Gas einzuschränken.
Kritiker jedoch zweifeln an der Zuversicht der Regierung. Michael Kellner, ein führender Vertreter der Grünen, bezeichnet die offizielle Haltung als "übertrieben optimistisch". Er warnt, dass möglicher politischer Druck durch den früheren US-Präsidenten Donald Trump die Lieferketten weiterhin stören könnte.
Bisher decken die deutschen Raffinerien den Großteil des Kraftstoffbedarfs ohne größere Unterbrechungen. Sollte sich der Konflikt im Golf jedoch hinziehen oder die US-Politik eine Wende vollziehen, könnten Autofahrer bald Lücken an den Zapfsäulen bemerken. Die Prognose des Wirtschaftsministeriums deutet darauf hin, dass erste Anzeichen von Versorgungsengpässen bereits in wenigen Wochen sichtbar werden könnten.






