Ehrenmedaille für AfD-Politiker löst Empörung und Rücknahmeforderungen aus
Philipp KochEhrenmedaille für AfD-Politiker löst Empörung und Rücknahmeforderungen aus
Ein politischer Streit ist um die Verleihung der Silbernen Ehrenmedaille an Michael Genniges entbrannt. Die im Mai für sein Engagement im kulturellen Leben und den gesellschaftlichen Dialog in Oberfranken verliehene Auszeichnung hat scharfe Kritik ausgelöst. Lokale Gruppen und Vertreter fordern nun, die Ehrung zurückzunehmen.
Genniges, Mitglied der rechtspopulistischen AfD, erhielt die Auszeichnung trotz seiner politischen Verbindungen. Zum Zeitpunkt der Verleihung war er Fraktionsvorsitzender der AfD im Kreistag Bamberg – ein Amt, das er bis 2026 innehatte. Die Nominierung hatte im November 2025 im von der CSU dominierten Gremium breite Unterstützung gefunden.
Henry Schramm, der CSU-Politiker, der die Medaille überreichte, hat inzwischen Bedauern über seine Entscheidung geäußert und prüft nun, ob er die Auszeichnung zurücknehmen wird. Auch das Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg fordert die Aberkennung der Ehrung. Die endgültige Entscheidung liegt beim Kreistag, der im Juli über den Fall abstimmen wird.
Der Kreistag wird im Juli entscheiden, ob Genniges die Auszeichnung entzogen wird. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen um politische Anerkennung und Verbindungen zur rechtsextremen Szene. Schrammms Kurswechsel erhöht den Druck auf die anstehende Abstimmung.






