09 May 2026, 20:03

Energiegemeinschaften vor dem Durchbruch: Wird Deutschland 2024 die Stromrevolution starten?

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, das Text über Investitionen in ländliche Elektrizität enthält.

Energiegemeinschaften vor dem Durchbruch: Wird Deutschland 2024 die Stromrevolution starten?

Deutschland rückt näher an die Legalisierung von Energiegemeinschaften – ein Konzept, das es Anwohnern ermöglichen soll, erneuerbaren Strom innerhalb ihrer eigenen Netze zu teilen und zu verkaufen. Der Vorstoß folgt einer EU-Richtlinie, die die Mitgliedstaaten zur Einführung solcher Modelle verpflichtete. Doch noch immer blockiert das deutsche Recht deren Umsetzung. Eine neue Studie zeigt nun sowohl das Potenzial als auch die rechtlichen Unklarheiten auf, die mit der Idee verbunden sind.

Eigentlich sollte das Prinzip des „Energy Sharing“ bereits durch eine EU-Richtlinie in deutsches Recht überführt werden. Doch wie eine Untersuchung des Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) ergab, ist der Begriff in der bestehenden Gesetzgebung nur unscharf definiert. Er umfasst alles – von kleinen Nachbarschaftsgenossenschaften bis hin zu größeren regionalen Netzen – und schafft so Unsicherheit darüber, wie solche Modelle in der Praxis funktionieren sollen.

Mitte 2024 legte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Entwurfsvorschläge vor, um das Energy Sharing endlich umzusetzen. Der Bundestag soll am 20. Dezember 2024 über den Gesetzentwurf der Bundesregierung abstimmen. Wird er verabschiedet, könnten Gruppen von Haushalten, Unternehmen oder Kommunen künftig erneuerbare Energien gemeinsam erzeugen, nutzen und lokal verkaufen.

Die FfE-Studie untersuchte, wie sich verschiedene Energy-Sharing-Modelle auf drei Beispielkommunen auswirken könnten. Die Ergebnisse zeigen: Gut organisierte Systeme könnten Netzengpässe verringern und die Stromkosten für die Teilnehmer senken. Allerdings fielen die netzentlastenden Effekte je nach Struktur der Gemeinschaften sehr unterschiedlich aus. Manche Konstellationen drohten, die Belastung sogar zu erhöhen statt zu mindern.

Befürworter argumentieren, dass Energiegemeinschaften zudem die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung stärken könnten. Indem Bürger direkten Zugang zu günstigem, lokal erzeugtem Strom erhalten, ließen sich möglicherweise Widerstände gegen neue Wind- oder Solarprojekte abbauen.

Die anstehende Abstimmung im Bundestag wird entscheiden, ob Deutschland das Energy Sharing endlich einführen wird. Bei einer Zustimmung würde das Gesetz rechtliche Hürden aus dem Weg räumen und es Gemeinden ermöglichen, mit erneuerbarem Strom innerhalb ihrer Netze zu handeln. Die Erkenntnisse der FfE legen nahe, dass solche Modelle – bei klaren Regelungen – die Stromrechnungen senken, die Netzbelastung verringern und den Umstieg auf saubere Energien beschleunigen könnten.

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