FDA rügt Novo Nordisk wegen irreführender Ozempic-Werbung
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat dem Pharmakonzern Novo Nordisk eine Rüge wegen einer Verbraucherwerbung für sein Diabetes-Medikament Ozempic erteilt. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, in der Anzeige fälschlich den Eindruck zu erwecken, das Präparat sei anderen Behandlungen überlegen – ohne dass es dafür klinische Belege gebe. Es ist bereits die zweite Beanstandung für Novo Nordisk innerhalb eines Monats.
Kritikpunkt der FDA ist der Werbespot "There's Only One Ozempic", der Verbraucher laut Behörde in die Irre führe. Die Werbung vereinfache die medizinischen Zusammenhänge des Wirkstoffs Semaglutid – dem zentralen Bestandteil von Ozempic – unzulässig. Zudem moniert die FDA die Platzierung der Sicherheitshinweise, die schwerwiegende Risiken verharmlosen würden.
Die Aufsichtsbehörde widerspricht außerdem der Behauptung, Ozempic verfüge über die meisten von der FDA zugelassenen Anwendungsgebiete unter den Diabetes-Medikamenten. Nach Angaben der Behörde gebe es keinen Nachweis, dass Ozempic anderen GLP-1-Präparaten generell überlegen sei.
Die Verwarnung ist Teil einer breiter angelegten FDA-Offensive gegen irreführende Arzneimittelwerbung. Erst am 3. März 2026 hatte die Behörde 30 Telemedizin-Unternehmen abgemahnt, die mit täuschenden Werbeversprechen für zusammengesetzte GLP-1-Abnehmpräparate – darunter Semaglutid und Tirzepatid – warben. Bereits im September waren ähnliche Rügen an Unternehmen wie Eli Lilly, Novo Nordisk und Hims & Hers Health ergangen.
Novo Nordisk hat die aktuelle FDA-Warnung zur Kenntnis genommen und bereitet eine offizielle Stellungnahme vor. Das Unternehmen hat 15 Werktage Zeit, um auf die Vorwürfe zu reagieren.
Die Maßnahme der FDA unterstreicht die anhaltenden Bedenken gegenüber irreführenden Werbeaussagen in der Pharmabranche. Novo Nordisk muss nun auf die Vorwürfe antworten oder mit weiteren regulatorischen Konsequenzen rechnen. Die Verwarnung deutet zudem auf eine verschärfte Kontrolle der Vermarktung von Abnehm- und Diabetes-Medikamenten hin.






