19 June 2026, 20:02

FDP zerrissen: Streit um AfD-Wähler und umstrittene Medien eskaliert

Aus der Debatte zurückgezogen

FDP zerrissen: Streit um AfD-Wähler und umstrittene Medien eskaliert

Die Freie Demokratische Partei (FDP) ist von inneren Spannungen über ihre Strategie zur Rückgewinnung von Wählern geprägt, die zur Alternative für Deutschland (AfD) gewechselt sind. Ein jüngster Streit zwischen Parteimitgliedern hat diese Konflikte offen zu Tage treten lassen. Die Parteimitglied Sabine Döring sagte eine geplante Debatte mit FDP-Generalsekretär Martin Hagen ab – als Reaktion auf ein Interview, das dieser einer umstrittenen Zeitung gegeben hatte.

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Die FDP kämpft seit Jahren mit sinkenden Umfragewerten, da viele Wähler zur AfD übergelaufen sind. Die Parteiführung sieht die Rückholung dieser Wählerstimmen mittlerweile als entscheidend für künftige Wahlerfolge an. Ein Ansatz, um diese Zielgruppe zu erreichen, war die Zusammenarbeit mit der Jungen Freiheit, einem Blatt, das vor allem von AfD-Sympathisanten gelesen wird.

Martin Hagen hatte der Jungen Freiheit kürzlich ein Interview gegeben, in dem er die AfD scharf kritisierte. Dies löste insbesondere bei Sabine Döring Widerspruch aus. Sie argumentierte, die politische Ausrichtung der Zeitung mache das Gespräch unangemessen, und begründete ihre Haltung mit dem Vorwurf der Schuld durch Assoziation.

Döring ging noch einen Schritt weiter und sagte eine geplante Diskussion mit Hagen in der Friedrich-Naumann-Stiftung ab. Mit dieser Entscheidung wollte sie Hagens Rückhalt innerhalb der Partei schwächen – ein Schritt, der von FDP-Kritikern gelobt wurde. Auch andere Parteimitglieder hatten in der Vergangenheit mit der Jungen Freiheit kooperiert, etwa durch Gastbeiträge oder Interviews.

Die Absage unterstreicht die Zerrissenheit der FDP in der Frage, wie sie ihren Wählerverlust aufhalten kann. Hagens Interview und Dörings Reaktion zeigen, wie unterschiedlich die Ansichten innerhalb der Partei über den Umgang mit AfD-nahen Medien sind. Nun steht die FDP vor der Herausforderung, diesen internen Konflikt zu bewältigen und gleichzeitig ihre Wählerbasis zurückzugewinnen.

Quelle