03 March 2026, 09:58

Frauenanteil bei bayerischen Kommunalwahlen sinkt – besonders in Spitzenämtern

Drei Frauen in traditioneller Kleidung halten ein Schild mit der Aufschrift "Frauenwahlrecht: Die Women's Social & Political Union" gegen einen hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

Frauenanteil bei bayerischen Kommunalwahlen sinkt – besonders in Spitzenämtern

Bei den bayerischen Kommunalwahlen am 8. März kandidieren weniger Frauen für Führungspositionen als in den Vorjahren. Neue Zahlen zeigen einen Rückgang an Bewerberinnen für Bürgermeisterämter und Spitzenpositionen in größeren Städten – trotz leichter Zuwächse in anderen Bereichen. Besonders deutlich ist der Rückgang in den kreisfreien Städten, wo der Frauenanteil unter den Kandidatinnen um über vier Prozentpunkte gesunken ist.

In Gemeinden mit mindestens 10.000 Einwohnern stellen Frauen nun nur noch 20,2 Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber, nach 22,4 Prozent bei der letzten Wahl. Noch ausgeprägter ist der Trend in kreisfreien Städten: Dort sank der Frauenanteil von 26,3 auf 21,9 Prozent. Bei den Kandidaturen für das Amt des Landrats gab es hingegen nur einen minimalen Anstieg – von 21,5 auf 22 Prozent.

Die Grünen führen bei der Geschlechtergerechtigkeit: Sie stellen 39 Prozent Frauen für Bürgermeisterposten und 42,2 Prozent für Landratsämter auf. Die SPD folgt mit 22,7 Prozent weiblichen Bürgermeisterkandidatinnen und 31,8 Prozent bei den Landratskandidaturen. Die AfD hingegen weist den niedrigsten Frauenanteil auf: Lediglich 6,4 Prozent der Bürgermeister- und 4,8 Prozent der Landratsbewerber sind Frauen.

Die Freien Wähler zeigen ein gemischtes Bild: Mit 31,3 Prozent Frauen bei den Bürgermeisterkandidaturen liegen sie auf Platz zwei, bei den Landratsämtern jedoch mit nur 8,3 Prozent fast am Ende. Auch die CSU hinkt hinterher – nur 9,1 Prozent ihrer Bürgermeister- und 13 Prozent ihrer Landratskandidatinnen sind weiblich.

Zwar stieg der Frauenanteil in Stadträten und Kreistagen leicht – von etwa 28 auf 32 Prozent in den Gemeindevertretungen und von 25 auf 29 Prozent in den Kreistagen –, doch bei den Spitzenämtern bleibt die Entwicklung stagnierend oder zeigt sogar leichte Rückgänge.

Am 8. März werden in 62 von Bayerns 71 Landkreisen neue Landräte gewählt. Trotz Fortschritten bei der Vertretung in Gremien offenbaren die Daten weiterhin erhebliche Lücken bei der Kandidatur von Frauen für Führungspositionen. Während Grünen und SPD überdurchschnittlich viele Frauen aufstellen, liegen CSU und AfD deutlich unter dem Durchschnitt.

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