Freising zögert: MVV-Leihradsystem bleibt vorerst auf Eis
Der Stadtrat von Freising hat eine Entscheidung über den Beitritt zum MVV-Leihradsystem vertagt. Der Vorschlag, der 30 herkömmliche Fahrräder und 15 E-Bikes an zehn Stationen in der Stadt vorsehen würde, wurde während der Haushaltsberatungen zurückgestellt. Einige Stadträte argumentieren, dass das Projekt das moderne Image Freisings stärken würde, während andere die Kosten und die Notwendigkeit infrage stellen.
Der Antrag auf Einführung des MVV-Leihradsystems wurde bis zur endgültigen Verabschiedung des städtischen Haushalts aufgeschoben. Bürgermeister Tobias Eschenbacher bestand darauf, zunächst die finanziellen Prioritäten zu klären, da Freising noch 8 Millionen Euro einsparen muss, um den Haushalt auszugleichen. Kritiker wie Rudi Schwaiger von der CSU warnten, das System könnte das kürzlich modernisierte Busnetz der Stadt untergraben.
Befürworter sehen in dem Projekt einen Schritt zur Modernisierung des Freisinger Verkehrs. Mögliche Standorte für die Stationen sind das Gewerbegebiet Haggertystraße, das Einkaufszentrum fresch sowie zentrale Punkte in der Innenstadt. Robert Weller von den Freien Wählern wies darauf hin, dass seine Fraktion bereits 2015 erstmals ein Leihradsystem vorgeschlagen habe.
Gegner hingegen zweifeln am Nutzen des Systems angesichts des knappen Haushalts. Einige Stadträte stellen infrage, ob die Vorteile die Ausgaben rechtfertigen, besonders in Anbetracht anderer drohender finanzieller Belastungen.
Die Entscheidung über Freisings Beteiligung am MVV-Leihradsystem hängt nun von der anstehenden Haushaltsprüfung ab. Bei einer Genehmigung würde die Stadt 45 Fahrräder an zehn Standorten erhalten. Vorerst bleibt der Plan in der Schwebe, während die Verantwortlichen Kosten und mögliche Vorteile abwägen.