Geburtenrate auf Rekordtief – Elterngeld-Debatte spaltet Politik und Familienverbände
Philipp KochGeburtenrate auf Rekordtief – Elterngeld-Debatte spaltet Politik und Familienverbände
Deutschlands Geburtenrate erreicht Tiefstand seit 1946 – Debatte über Elterngeld entfacht
Die Geburtenrate in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit 1946 gesunken und hat eine neue Diskussion über die Elterngeldpolitik ausgelöst. Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich gegen mögliche Kürzungen der Leistungen ausgesprochen und warnt, diese könnten bestehende Ungleichheiten weiter verschärfen. Da noch immer 74 Prozent des Elterngeldbezugs auf Frauen entfallen, plädiert sie für eine Reform des Systems – nicht für Einschnitte.
Laut Berichten steht die aktuelle Familienministerin Karin Prien (CDU) unter Druck, in ihrem Ressort rund 350 Millionen Euro einzusparen. Gerüchte über mögliche Kürzungen beim Elterngeld stoßen bei Politiker:innen und Familienverbänden auf scharfe Kritik.
Wolfgang Kubicki, Fraktionsvorsitzender der FDP, verurteilte die Pläne als „falsches Signal an junge Berufstätige mit Kindern“. Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zentrums für Familienfragen (ZFF), nannte die Debatte einen „katastrophalen“ Schritt und forderte stattdessen längst überfällige Reformen anstelle von Sparmaßnahmen.
Giffey setzt sich seit Langem für eine gerechtere Aufteilung des Elterngeldbezugs zwischen den Partnern ein. Sie betont, dass die aktuellen Leistungen eine entscheidende Rolle dabei spielen, Eltern – insbesondere Müttern – die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Ohne diese Unterstützung drohten noch mehr Frauen längere Berufspausen oder Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Job, warnt sie.
Der Streit zeigt das Spannungsfeld zwischen Haushaltskonsolidierung und Familienförderung auf. Das Elterngeld bleibt ein zentrales Instrument für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt. Jede Veränderung könnte sich direkt auf berufstätige Eltern und die ohnehin sinkende Geburtenrate auswirken.






