Hunderte protestieren gegen rechtsextreme Verstrickungen eines Kampfsportstudios in Halle
Lara BauerHunderte protestieren gegen rechtsextreme Verstrickungen eines Kampfsportstudios in Halle
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Halle, um die Schließung eines Kampfsportstudios zu fordern, das mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung gebracht wird. Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, die Aktivisten als Rekrutierungszentrum für rechtsextreme Netzwerke anprangern. „Nazis raus aus unseren Kiezen“-Rufe hallten durch die Luft, als sich die Menge vor dem Hauptbahnhofs der Stadt zusammenfand.
Organisiert wurde die Demonstration von der lokalen antifaschistischen Initiative Daumen runter. Die Teilnehmer warfen dem Studio vor, enge Verbindungen zu gewaltbereiten rechtsextremen Gruppen zu pflegen, darunter männlich dominierte Extremistenkreise. Mehrere Schlüsselpersonen der Akademie stehen in nachweisbarem Kontakt zu solchen Bewegungen.
Noch am selben Tag veranstalteten die Betreiber des Studios in Teutschenthal die Premiere ihrer Gladiator Fight Series. Die Veranstaltung zog ein rechtsextremes Publikum an, darunter Paul Backmund, Kandidat der AfD für die anstehende Landtagswahl, sowie weitere Parteimitglieder. Zum engeren Team des Studios gehört Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt, einer rechtsextremen Jugendorganisation.
Weitere Personen mit Bezug zum Studio sind Christopher Henze, dem Verbindungen zur rechtsextremen Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nachgesagt werden, sowie Hans Krüger, ein Jugendtrainer der Akademie, der Fan des Energie Cottbus ist – ein Verein mit eigener rechtsextremer Vergangenheit – und selbst an Wettkämpfen des Studios teilnimmt. Kritiker werfen der Einrichtung vor, ein Umfeld zu fördern, das Diskriminierung und Gewalt Vorschub leistet.
Die Demonstration unterstrich die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Rolle des Studios als Knotenpunkt rechtsextremer Vernetzung. Die Organisatoren forderten weitere Schritte zur Schließung der Akademie. Unterdessen setzt die Führung des Studios weiterhin auf Veranstaltungen, die Vertreter aus extremistischen und politischen Kreisen anziehen.






