Kirsten Bruhn wird als zweite Frau Schleswig-Holsteins Ehrenbürgerin
Kirsten Bruhn, eine der erfolgreichsten paralympischen Schwimmerinnen Deutschlands, ist zur Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins ernannt worden. Damit ist sie erst die zweite Frau, die diese Auszeichnung erhält. Ihr Weg von einer ehrgeizigen jungen Athletin zur engagierten Kämpferin für die Rechte von Menschen mit Behinderung hat im ganzen Land viele inspiriert.
Mit nur drei Jahren begann Bruhn auf Anraten ihres Vaters mit dem Schwimmsport. Als jüngstes von fünf Geschwistern fühlte sie sich oft getrieben, sich zu beweisen. Schon in ihrer Jugend trainierte sie täglich sechs Stunden – nicht wegen elterlichen Drucks, sondern aus eigenem Antrieb.
Ein Motorradunfall im Jahr 1991 veränderte ihr Leben schlagartig, doch er eröffnete ihr auch eine neue Perspektive. Nach dem Unfall setzte sie sich vehement für Behindertensport und mehr Sichtbarkeit von Athlet:innen mit Behinderung ein. Ihre Familie, insbesondere ihr Vater, stand ihr während der Rehabilitation und ihrer gesamten Karriere zur Seite.
Im Becken entwickelte sich Bruhn zur Paralympics-Legende: Sie gewann zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen. Neben dem Sport arbeitete sie für eine Krankenkasse und kämpfte für ein besseres öffentliches Bild von Menschen mit Behinderung. Ein Dokumentarfilm zeigte sie später dabei, wie sie vorurteilsbehaftete Einstellungen herausfordert – und betont, was Menschen mit Behinderung können, statt was sie nicht können.
Bruhns Erfolge im Sport und ihr Einsatz für mehr Gerechtigkeit haben bleibende Spuren hinterlassen. Bis heute setzt sie sich für faire Behandlung und Anerkennung von Menschen mit Behinderung ein. Die Ehrenbürgerschaft würdigt nun offiziell ihren Beitrag – für den Sport wie für die Gesellschaft.






