Krankenkassen erhöhen Managergehälter trotz steigender Zusatzbeiträge für Mitglieder
Lara BauerKrankenkassen erhöhen Managergehälter trotz steigender Zusatzbeiträge für Mitglieder
Mehrere deutsche gesetzliche Krankenkassen haben die Gehälter und Boni ihrer Führungskräfte erhöht, während sie gleichzeitig Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangten. Dies geschieht in einer Phase, in der der Sektor unter finanzieller Belastung steht und gleichzeitig Einsparungen bei den Leistungserbringern im Gesundheitswesen durchsetzen will.
Die AOK Hessen zahlte ihren drei Vorstandsmitgliedern nach einer Erhöhung des Zusatzbeitrags von 1,6 auf 2,49 Prozent insgesamt 159.767 Euro an Boni aus. Auch die AOK Niedersachsen erhöhte ihren Zusatzbeitrag von 1,5 auf 2,7 Prozent, gewährte ihren drei Top-Managern aber dennoch Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro.
Bei der AOK Baden-Württemberg stieg das Gehalt der Vorstandsvorsitzenden Gordana Maršić von 185.000 auf 206.000 Euro, zusätzlich erhielt sie einen Bonus von 6.938 Euro. Christine Enenkel, Chefin der Bahn-BKK, bekam 2024 ein Gehalt von 195.000 Euro sowie einen Bonus von 44.688 Euro.
Die Siemens-BKK erhöhte ihren Zusatzbeitrag von 1,7 auf 2,9 Prozent und zahlte ihrem Vorstandsvorsitzenden trotzdem einen Bonus von 47.880 Euro. Die BKK Firmus hingegen erhöhte das Gehalt ihres neuen Vorstandsvorsitzenden Dirk Harrer im Vergleich zu seinem Vorgänger um 31.424 Euro. Bei BIG direkt gesund stieg das Gehalt von Peter Kaetsch um 28.750 Euro, während sein Stellvertreter Markus Bäumler 24.050 Euro mehr erhielt.
Dr. Carola Reimann, Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro sowie 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge. Michael Lempe, Vorstandsvorsitzender der Handelskrankenkasse, erhielt eine Gehaltserhöhung um 21.419 Euro auf insgesamt 287.104 Euro.
Die Gehalts- und Bonussteigerungen für die Führungskräfte erfolgten zeitgleich mit der Erhöhung der Zusatzbeiträge für die Versicherten. Diese Entwicklungen spielen sich vor dem Hintergrund anhaltender finanzieller Spannungen im System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ab.






