LEW testet "Einspeisesteckdose" gegen Stromnetz-Engpässe in Bayern
LEW Verteilnetz testet neues Modell zur Entlastung überlasteter Stromnetze in Deutschland
Unter dem Namen "Einspeisesteckdose" erprobt das Unternehmen einen innovativen Ansatz, um Verzögerungen für Solar-, Wind- und Speicherprojekte zu verringern, die Schwierigkeiten haben, Netzzugänge zu erhalten. Angesichts knapper Netzkapazitäten könnte das Pilotprojekt Renewable-Energy-Vorhaben beschleunigt ans Netz bringen.
Das Problem ist bekannt: Netzbetreiber sehen sich einer Flut von Anschlussanfragen gegenüber. Viele Erneuerbare-Projekte – von Solaranlagen bis zu Batteriespeichern – stecken in langen Warteschlangen fest, weil die verfügbare Kapazität begrenzt ist. LEW Verteilnetz hat bereits zugesagt, drei Speichersysteme, drei Solarparks und einen Windpark mit insgesamt 126 Megawatt anzubinden – obwohl das lokale Netz nur 80 Megawatt verkraftet.
Die Lösung liegt in einem 40-Megawatt-Batteriespeicher des Unternehmens Green Flexibility. Das rund 40 Millionen Euro teure Projekt in Balzhausen soll Überschussstrom zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben, um Engpässe zu vermeiden. Mit dieser "Einspeisesteckdose" können neue Anlagen ans Netz gehen, ohne die Infrastruktur zu überlasten.
Wie Barbara Plura, Asset-Managerin und technische Planerin bei LEW Verteilnetz, berichtet, schreiten die Arbeiten zügig voran. Die offizielle Inbetriebnahme ist für nächsten Monat geplant, der Vollbetrieb soll Anfang 2026 starten. Christoph Lienert, Geschäftsführer von Green Flexibility, ist überzeugt, dass das Modell bundesweit Schule machen könnte – und so den Ausbau der Speicherinfrastruktur in Deutschland vorantreibt.
Das Pilotvorhaben soll zeigen, ob netzneutrale Speicherlösungen blockierte Erneuerbare-Projekte freisetzen können. Bei Erfolg ließe sich der Ansatz flächendeckend einsetzen und die Wartezeiten für Projektierer verkürzen. Die ersten Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, wenn das System 2026 den Betrieb aufnimmt.






