Marzahn Pride feiert queere Sichtbarkeit trotz rechtsextremer Bedrohungen
Finn HerrmannMarzahn Pride feiert queere Sichtbarkeit trotz rechtsextremer Bedrohungen
Marzahn Pride veranstaltet in diesem Jahr seinen siebten jährlichen Marsch. Die von Quarteera e.V. organisierte Veranstaltung feiert queere Communities aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus. Das diesjährige Motto „Sichtbarkeit ist Widerstand“ spiegelt den anhaltenden Kampf um Anerkennung und Sicherheit im Bezirk wider.
Der Umzug beginnt um 12 Uhr auf der Allee der Kosmonauten. Vanessa Krah, Queer-Beauftragte von Marzahn, und Gordon Lemm werden vor dem Start des Marsches Eröffnungsreden halten. Ab 14:30 Uhr folgt ein Nachbarschaftsfest mit Konzerten, DJs und Streetfood.
Marzahn sieht sich seit Jahren mit wachsender rechtsextremer Aktivität konfrontiert. 2023 wurden fast die Hälfte aller Pride-Veranstaltungen in Deutschland von extremistischen Gruppen gestört. Im vergangenen Jahr war auch der Marzahn Pride selbst durch Drohungen der neonazistischen Organisation Deutsche Jugend Voran bedroht worden. Bisher gebe es jedoch keine Hinweise auf ähnliche Mobilisierungen in diesem Jahr, so Krah.
Der Bezirk ist bekannt für seine vielfältige Bevölkerung, zu der viele Menschen mit Migrationshintergrund gehören. Berichte aus dem Berliner Register diskriminierender Vorfälle verzeichnen eine Zunahme körperlicher Angriffe und rechtsextremer Propaganda in der Region.
Der Marzahn Pride bildet den Höhepunkt einer einwöchigen Veranstaltungsreihe. Marsch und Fest sollen queeren Communities einen sichtbaren, feierlichen Raum bieten. Die Organisator:innen bleiben wachsam, doch bisher liegen keine konkreten Bedrohungen für den diesjährigen Umzug vor.






