13 February 2026, 16:13

Merz warnt USA auf Münchner Sicherheitskonferenz vor NATO-Spaltung

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht zu Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von einer Gruppe von Menschen, einige halten Mikrofone, mit Gebäuden im Hintergrund.

Merz warnt USA auf Münchner Sicherheitskonferenz vor NATO-Spaltung

Bundeskanzler Friedrich Merz traf diese Woche auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem US-Außenminister Marco Rubio zusammen. In seiner Eröffnungsrede betonte Merz die Bedeutung der Einheit der NATO und richtete seine Worte gezielt an amerikanische Führungskräfte und Strategen.

Das etwa 30-minütige Gespräch zwischen Merz und Rubio konzentrierte sich auf bilaterale Themen. Zuvor hatte der Kanzler in seiner Ansprache die Wichtigkeit des transatlantischen Vertrauens hervorgehoben – insbesondere in einer Zeit globaler Machtverschiebungen.

Merz unterstrich, dass Europa die zentrale Rolle gegenseitigen Vertrauens für den Erfolg der NATO erkannt habe. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass selbst die USA trotz ihrer Stärke nicht unbegrenzt allein handeln könnten. Um seine Botschaft direkt an die amerikanischen Verantwortungsträger zu richten, wiederholte er die entscheidende Passage auf Englisch.

Diese Äußerungen fallen in eine Phase des Wandels in der US-Nato-Politik. Die im Januar veröffentlichte National Defense Strategy 2026 fordert eine stärkere Lastenteilung und mahnt die europäischen Partner, mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung zu übernehmen. Das Dokument kritisiert einige Mitglieder als "Trittbrettfahrer" und verlagert die US-Prioritäten auf die innere Sicherheit sowie die Abschreckung Chinas. Diese Neuausrichtung entspricht der allgemeinen politischen Linie der zweiten Trump-Administration, die im Nationalen Sicherheitsstrategiepapier 2025 auf Dialog mit Russland setzt und eine Beendigung des Ukraine-Konflikts statt einer Eindämmungspolitik anstrebt.

Merz verwies darauf, dass Strategen im Pentagon die Bedeutung der NATO bereits anerkannten. Seine Worte unterstrichen die Notwendigkeit einer fortgesetzten Zusammenarbeit – trotz sich wandelnder US-Prioritäten.

Die Rede des Kanzlers und das Treffen mit Rubio fanden vor dem Hintergrund dieser sich entwickelnden US-Verteidigungspolitik statt. Während Washington seine Schwerpunkte neu justiert, signalisierten Merz' Aussagen Europas Entschlossenheit, die transatlantischen Bindungen zu stärken. Die Gespräche in München spiegelten die anhaltenden Bemühungen wider, gemeinsame Sicherheitsinteressen mit den sich ändernden strategischen Anforderungen in Einklang zu bringen.