Midea übernimmt Kuka: Deutsche Behörden prüfen milliardenschweren Robotik-Deal
Finn HerrmannMidea übernimmt Kuka: Deutsche Behörden prüfen milliardenschweren Robotik-Deal
Der chinesische Hausgerätehersteller Midea steht kurz vor dem Abschluss der Übernahme des deutschen Robotikunternehmens Kuka. Die Transaktion, die bis März 2017 finalisiert werden soll, hat bereits fast 95 Prozent der Kuka-Aktien gesichert. Nun könnten jedoch deutsche Behörden eine Prüfung des Deals einleiten.
Kuka, ein führender Hersteller von Industrierobotern für die Automobilbranche, beschäftigt rund 12.600 Mitarbeiter. Seine Technologien sind ein zentraler Baustein der Automobilautomatisierung und machen das Unternehmen zu einem strategisch wichtigen Vermögenswert der deutschen Industrie.
Nach deutschem Recht kann das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Übernahmen durch Investoren außerhalb der EU prüfen, sobald diese mindestens 25 Prozent der Stimmrechte eines Unternehmens erwerben. Da Midea mit der fast vollständigen Übernahme von Kuka diese Schwelle überschreitet, könnte eine entsprechende Untersuchung eingeleitet werden.
Im Mittelpunkt der Prüfung durch das Ministerium steht die Frage, ob der Deal Risiken für die öffentliche Ordnung oder die nationale Sicherheit birgt. Bisher wurde noch keine Entscheidung bekannt gegeben, doch das Verfahren könnte die Finalisierung der Übernahme verzögern oder sogar Änderungen erfordern.
Der Kauf von Kuka durch Midea bleibt vorerst für Anfang 2017 geplant – vorbehaltlich der regulatorischen Genehmigung. Sollte das Ministerium Bedenken äußern, könnten weitere Verhandlungen oder Auflagen notwendig werden. Das Ergebnis wird entscheiden, wie es mit einem der technologisch führenden Robotikunternehmen Deutschlands unter neuer Führung weitergeht.






