Neuer Dieselkraftstoff R51 halbiert fossile Brennstoffe ohne Leistungsverlust
Philipp KochNeuer Dieselkraftstoff R51 halbiert fossile Brennstoffe ohne Leistungsverlust
Forscher der Hochschule Coburg haben einen neuen Dieselkraftstoff entwickelt, der den Einsatz fossiler Brennstoffe um mehr als die Hälfte reduziert. Der als R51 bezeichnete Kraftstoff baut auf einer früheren Innovation auf, dem R33, der bereits zu einem Drittel aus erneuerbaren Komponenten bestand. Tests bestätigen, dass die neueste Version strenge Abgasnormen erfüllt und gleichzeitig die Motorleistung erhält.
Vor einem Jahrzehnt stellte die Hochschule Coburg den R33-Diesel vor – eine Mischung aus 7 Prozent Biodiesel und 26 Prozent hydriertem Pflanzenöl (HVO, nach dem englischen Hydrotreated Vegetable Oil). Dieser Kraftstoff verringerte den Anteil fossiler Brennstoffe um ein Drittel. Nun hat dasselbe Team mit R51 einen weiteren Schritt gemacht und den erneuerbaren Anteil auf über 50 Prozent erhöht.
Das Projekt wurde von Professor Dr. Markus Jakob und der Chemikerin Anja Singer geleitet. Ihre neue Formel kombiniert 10 Prozent Biodiesel mit zusätzlichen 41 Prozent HVO. Strenge Labortests zeigten, dass alle Kraftstoff-Öl-Mischungen die Stabilitätsanforderungen deutlich übertrafen.
Bei Tests zur Verdünnung von Motoröl wurde R51 mit B10 und dem älteren R33 verglichen. Die Ergebnisse waren bei allen Kraftstoffen konsistent, ohne negative Auswirkungen auf Emissionen oder Motorschmierung. Nach dem weltweit harmonisierten Prüfverfahren für leichte Nutzfahrzeuge (WLTP) erfüllte R51 zudem die Euro-6d-Abgasgrenzen. Das modulare Design von R33 ermöglichte einen reibungslosen Übergang zu R51 ohne technische Nachteile.
Der Erfolg von R51-Diesel bietet eine praktikable Lösung, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe im Transportsektor zu senken. Mit einem erneuerbaren Anteil von über 50 Prozent liefert der Kraftstoff eine ebenso zuverlässige Leistung wie herkömmliche Alternativen. Diese Entwicklung entspricht verschärften Emissionsvorschriften, ohne dass bestehende Motorsysteme angepasst werden müssen.






