26 April 2026, 10:02

Parkinson bei Landwirten als Berufskrankheit anerkannt – doch der Streit geht weiter

Alter Buchumschlag mit einer Flasche Farmogerm-Insektizid mit einer klaren Flüssigkeit und einer schwarzen Schrift auf einem hellblauen Hintergrund mit einem weißen Rand.

Parkinson bei Landwirten als Berufskrankheit anerkannt – doch der Streit geht weiter

Parkinson ist nun offiziell als Berufskrankheit bei deutschen Landwirten anerkannt – allerdings unter strengen Auflagen. Die Entscheidung folgt jahrelangen Debatten über die gesundheitlichen Risiken durch Pestizidbelastung. Doch der Schritt sorgt für Streit darüber, wer die finanziellen Folgen tragen soll.

Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (SVLFG) prüft derzeit rund 8.000 Fälle, in denen der Einsatz von Pestiziden möglicherweise die Krankheit ausgelöst hat. Fast 3.000 Anträge wurden jedoch bereits abgelehnt – wegen fehlender Beweise oder unvollständiger Diagnosen. Um eine Anerkennung zu erhalten, müssen Landwirte nachweisen, dass sie über ihre berufliche Laufbahn hinweg an mindestens 100 Tagen Pflanzenschutzmittel ausgebracht haben. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft begrüßt zwar die Anerkennung, kritisiert aber die geplante Kostenverteilung. Es sei ungerecht, die finanzielle Last über höhere Beiträge auf alle Landwirte abzuwälzen.

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Angesichts steigender Ausgaben hat die SVLFG kürzlich die Beiträge für alle Landwirte um 20 Prozent erhöht. Der Deutsche Bauernverband wehrt sich gegen diese Regelung und fordert, dass Berufskrankheiten über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt werden – statt über risikobasierte Gebühren.

Dänemark geht indes noch weiter: Die Umweltbehörde hat 23 Pestizide verboten, darunter auch PFAS-haltige Mittel, um Trinkwasser und öffentliche Gesundheit zu schützen. Auch die EU-Kommission treibt Pläne voran, alle PFAS-Chemikalien bis 2029 schrittweise zu verbieten – mit Übergangszeiten von bis zu 13,5 Jahren für bestimmte Branchen.

Die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit ist ein wichtiger Schritt für betroffene Landwirte. Doch die finanziellen Folgen für die gesamte Branche bleiben umstritten. Angesichts verschärfter Pestizidregeln in Europa zeichnen sich in den kommenden Jahren weitere Änderungen in der Landwirtschaft und bei Versicherungspolicen ab.

Quelle