18 April 2026, 14:08

Rebenzikade bedroht Ernten: Bayern lockert Bodenregeln für Landwirte

Vier detaillierte Abbildungen von Grashüpfern auf einer Buchseite mit begleitendem Text über ihre Merkmale und Lebensräume.

Rebenzikade bedroht Ernten: Bayern lockert Bodenregeln für Landwirte

Landwirte in Teilen Bayerns, Schwabens und Frankens kämpfen mit der Rebenzikade

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Die Glashafenzikade bereitet Bauern in den betroffenen Regionen weiterhin erhebliche Probleme. Der Schädling überträgt Krankheiten wie Stolbur und die Schwarzfleckigkeit der Rote Bete (SBR) und zwingt die Behörden, die bisherigen Bekämpfungsmaßnahmen zu überdenken. Nun werden neue Regelungen eingeführt, um die Auswirkungen auf die Ernte einzudämmen.

Besonders betroffen sind Ackerbauern in Gebieten, in denen Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse angebaut werden. Bisher mussten Landwirte mindestens 80 Prozent ihrer Felder mit Pflanzen, Mulch oder Ernteresten bedecken, um Bodenerosion und Nährstoffverluste zu verhindern. Doch die Bundesregierung plant, diese Vorgabe ab dem nächsten Jahr in den betroffenen Regionen auszusetzen.

Studien zeigen, dass eine Brache nach der Ernte von Kartoffeln oder Zuckerrüben die Ausbreitung der Zikade eindämmen kann. Eine spätsommerliche Brachezeit entzieht den Larven die Nahrungsgrundlage und verhindert so, dass sie zu adulten Insekten heranwachsen. Die neue Regelung ermöglicht es Landwirten, in solchen Fällen Brachflächen anzulegen – eine Ausnahme von den sonst geltenden Vorschriften zur Bodenbedeckung.

Behörden betonen zudem, wie wichtig es ist, in Bayern ausreichend Pflanzmaterial vorrätig zu halten. Dadurch werde die Abhängigkeit von anderen Regionen verringert und das Risiko minimiert, weitere Schädlinge wie den Lilienhähnchenkäfer einzuschleppen. Die jüngsten Erkenntnisse sollen künftige Strategien zur wirksameren Bekämpfung der Zikade prägen.

Die Lockerung der Mindestbearbeitungsvorgaben soll den Landwirten bessere Werkzeuge im Kampf gegen den Schädling an die Hand geben. Durch gezielte Brachephasen hoffen die Behörden, den Entwicklungszyklus der Zikade zu unterbrechen und Ernteschäden zu reduzieren. Weitere Anpassungen der Strategie hängen davon ab, wie sich die Maßnahmen in der Praxis bewähren.

Quelle