René Benko: Neue Strafuntersuchung wegen 120-Millionen-Verdachts in München
Philipp KochRené Benko: Neue Strafuntersuchung wegen 120-Millionen-Verdachts in München
René Benko sieht sich nun in München einer 18. Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern ausgesetzt. Der Milliardär befindet sich seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug im Zusammenhang mit Hunderten Millionen Euro.
Im Mittelpunkt der jüngsten Ermittlungen steht eine Zahlung von 120 Millionen Euro, die ursprünglich für das Bahnhofplatz-Projekt in München bestimmt war. Den Ermittlern zufolge wurde das Geld über Signa Prime Selection umgeleitet – ein Finanzkonstrukt, das als eine Art „Staubsauger“ fungiert haben soll, um Mittel aus anderen Geschäften abzuziehen. Eine ähnliche Vorgehensweise soll auch bei einem separaten Deal mit einem saudischen Staatsfonds angewendet worden sein.
Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Benko und weitere Signa-Führungskräfte die Gelder veruntreut und Details vor der Raiffeisen Bank International verschwiegen haben. In einer weiteren Entwicklung hat sein privates Insolvenzverfahren Aufmerksamkeit erregt, insbesondere wegen mehrerer hochwertiger Damenringe. Zudem wird der österreichische Oberste Gerichtshof an diesem Donnerstag Berufungen in Benkos erstem Verfahren wegen betrügerischen Bankrotts verhandeln.
Eine Verurteilung im aktuellen Fall würde Benko erstmals offiziell den Status eines verurteilten Häftlings im Rahmen der umfassenden Signa-Affäre einbringen.
Die Ermittlungen weiten sich weiterhin aus, wobei zahlreiche finanzielle Unregelmäßigkeiten unter die Lupe genommen werden. Bei einer Verurteilung drohen Benko erhebliche rechtliche Konsequenzen. Das Ergebnis der Berufungsverfahren und der laufenden Untersuchungen wird die nächsten Schritte in dem Fall bestimmen.
