Salzgitter blockiert Tiny Houses für Senioren – warum der Stadtrat nein sagte
Philipp KochSalzgitter blockiert Tiny Houses für Senioren – warum der Stadtrat nein sagte
Ein Antrag zur Einführung von Tiny Houses für ältere Menschen in Salzgitter wurde diese Woche vom Stadtrat abgelehnt. Der von der DiBo-Gruppe eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, Senioren den Umzug in kompakte, barrierefreie Wohnformen zu erleichtern. Trotz der vorgebrachten Argumente unterstützten nur zwei Ratsmitglieder den Plan.
Die DiBo-Gruppe, angeführt von den ehemaligen AfD-Politikern Thomas Disselhof und Jörg Bogun, hatte den Antrag vor der Sitzung am Mittwoch eingereicht. Sie forderten, Tiny Houses in die städtischen Bebauungspläne aufzunehmen und klare Regeln für Bau und Aufstellung festzulegen. Die Gruppe argumentierte, dies ermögliche Senioren ein selbstbestimmtes Leben und entlaste gleichzeitig die Pflegeeinrichtungen in Salzgitter finanziell.
Tiny Houses, oft barrierefrei konzipiert, wurden als kostengünstige Alternative zu aufwendigen Umbauten in Bestandswohnungen präsentiert. Im Antrag hieß es, dass ein Umzug in kleinere Wohnformen die Haushaltsbelastung der Kommune verringern könnte. Bei der Abstimmung sprach sich jedoch die Mehrheit der Ratsmitglieder gegen das Vorhaben aus.
Eine offizielle Begründung für die Ablehnung wurde nicht genannt. Der Antrag hatte darauf abgezielt, verlässliche Baugenehmigungen für Tiny Houses zu schaffen, doch der Rat ging ohne weitere Erläuterungen zum nächsten Punkt über.
Die Entscheidung lässt Salzgitters Umgang mit Seniorenwohnungen vorerst unverändert. Ohne Zustimmung zum Antrag werden Tiny Houses nicht in die städtischen Planungsvorschriften aufgenommen. Da der Rat keine Stellungnahme zur Ablehnung abgab, bleiben die Gründe für die Entscheidung unklar.






