06 February 2026, 08:04

Söder will Arbeitszeiten verlängern – doch Gewerkschaften blocken die Pläne ab

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Arbeitgeber starten neuen Vorstoß für Überstunden - Söder will Arbeitszeiten verlängern – doch Gewerkschaften blocken die Pläne ab

Bayerische Spitzenpolitiker drängen auf Änderungen bei Arbeitszeiten und Feiertagen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, schlug vor, die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde zu verlängern. Gleichzeitig bringen Wirtschaftsverbände Kürzungen bei Urlaubstagen oder flexible Arbeitszeitmodelle ins Spiel – Vorschläge, die bei den Gewerkschaften auf Widerstand stoßen.

Ausgelöst wurde die Debatte durch einen ursprünglichen Vorstoß des Vereins der Bayerischen Wirtschaft (vbw) unter Leitung von Bertram Brossardt, der 2023 die Streichung eines Feiertags gefordert hatte. Nach dem Scheitern dieses Plans setzt die Organisation nun auf Alternativen: entweder einen Urlaubstag weniger oder eine um eine Stunde verlängerte Wochenarbeitszeit. Brossardt argumentierte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen, dass drei Feiertage, die in diesem Jahr auf Wochenenden fallen, das Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozent steigern könnten – vorausgesetzt, die Beschäftigten würden diese Tage für zusätzliche Arbeit nutzen.

Markus Söder unterstützte die Idee einer längeren Arbeitswoche und betonte, dies würde die Wirtschaft beleben. Doch die Gewerkschaften zeigen sich skeptisch. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern forderte stattdessen, dass auf Wochenenden fallende Feiertage auf den nächsten Werktag verlegt werden. Zudem bestünden sie darauf, dass mögliche Vertragsänderungen verhandelt und nicht einseitig beschlossen werden.

Brossardt räumte ein, dass die Umsetzung schwierig werde. Anpassungen bei Arbeitszeiten oder Urlaubsregelungen erforderten Gespräche mit den Gewerkschaften, die bereits Ablehnung signalisiert hätten. Zwar sprach er sich für flexible Teilzeitmodelle für Pflegekräfte aus, lehnte aber automatische Anspruchsregelungen ab.

Die Vorschläge von Arbeitgebern und Politikern stehen nun vor zähen Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Jede Änderung bei Arbeitszeiten oder Feiertagsregelungen müschte von allen Seiten mitgetragen werden. Ob sich die erhofften wirtschaftlichen Vorteile einstellen, bleibt vorerst ungewiss – die Diskussionen dauern an.