SPD wirft CDU-Ministerin Prien Bruch der Koalitionsvereinbarungen vor
In Schleswig-Holstein ist ein Streit über geplante Änderungen am Programm "Demokratie leben!" entbrannt. Die dortigen Sozialdemokraten (SPD) werfen Bildungsministerin Karin Prien (CDU) vor, Koalitionsvereinbarungen zu brechen und gezielt Kritiker ins Visier zu nehmen. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Kürzungen und Umstrukturierungen, die die SPD als politisch motiviert bezeichnet.
Auslöser war Priens Vorschlag für eine grundlegende Reform der Initiative "Demokratie leben!" SPD-Sprecher Felix Döring betonte, dass zentrale Punkte des Programms bereits in den Koalitionsverhandlungen hätten geklärt werden müssen. Er bezeichnete das Vorgehen der Ministerin als "direkten Bruch" der gemeinsamen Absprachen.
Döring kritisierte zudem, dass Prien Fachleute pauschal als "links" abtue, ohne dies zu begründen. Er unterstrich, wie wichtig zivilgesellschaftliche Gruppen seien, um Regierungen zur Rechenschaft zu ziehen. Laut SPD zielen die geplanten Kürzungen darauf ab, Organisationen zu bestrafen, die in jüngsten Abstimmungen die Zusammenarbeit von CDU/CSU mit der AfD hinterfragt hatten.
Die Partei wirft Prien vor, es gehe bei den Reformen nicht um eine Verbesserung des Programms, sondern um die Unterdrückung kritischer Stimmen. Döring betonte, dass offene Debatten und die Kontrolle durch unabhängige Gruppen für eine funktionierende Demokratie unverzichtbar seien.
Die SPD hat deutlich gemacht, dass sie den geplanten Änderungen widerstehen wird. Dörings Äußerungen zeigen, wie tief die Gräben in der Frage der demokratischen Bildung im Land sind. Ob es zu einer Einigung kommt, hängt davon ab, ob die Koalitionspartner einen Kompromiss finden – oder ob der Streit weiter eskaliert.






