30 March 2026, 14:05

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung oder Rückfall in alte Muster?

Altes Buchcover mit dem Text "Berliner Leben", einem deutschen Militär-Logo und einer Gruppe von Menschen in einer feierlichen Umgebung.

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung oder Rückfall in alte Muster?

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besucht diese Woche Berlin – der erste hochrangige diplomatische Besuch seit dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Die Reise hat in der Zivilgesellschaft kontroverse Diskussionen ausgelöst: Gefordert werden stärkere demokratische Garantien und eine breitere Einbindung über die Übergangsregierung hinaus.

Al-Scharaas Regierung übernahm nach Assads Zusammenbruch die Macht, doch bleiben Fragen zur lokalen Governance und zur Rolle der Zivilgesellschaft ungeklärt. Sophie Bischoff, Co-Vorsitzende von Adopt a Revolution – einer Organisation, die seit 2011 die syrische Zivilgesellschaft unterstützt –, bezeichnete die Einladung nach Berlin zwar als richtigen Schritt, betonte aber die Notwendigkeit konkreter Maßnahmen zum Demokratieaufbau. Gleichzeitig warnte sie vor autoritären Tendenzen unter der neuen Führung, darunter Versuche, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Adopt a Revolution setzt sich für bessere rechtliche Absicherungen syrischer Staatsbürger in Deutschland ein, die nach Syrien reisen und zurückkehren. Zudem kritisierte die Organisation Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, deutsche Hilfe an die Wiederaufnahme von Abschiebeabkommen zu knüpfen. Bischoff bewertete Assads Sturz als historische Chance für die Demokratie, mahnte jedoch, Lehren aus vergangenen Fehlern zu ziehen.

Farhad Ahma vom syrischen Kulturzentrum PEL-Civil Waves hinterfragte indes den alleinigen Fokus Berlins auf die Übergangsregierung. Beide Organisationen forderten, lokale Gemeinschaften und die Zivilgesellschaft in die Wiederaufbaupläne für Syrien einzubeziehen.

Der Besuch unterstreicht die Spannungen zwischen diplomatischem Engagement und den Forderungen der Zivilgesellschaft nach Rechenschaftspflicht. Während al-Scharaas Regierung internationale Unterstützung sucht, pochen Aktivisten auf Schutz vor Repression und eine stärkere Mitgestaltung der Syrer bei der Zukunft ihres Landes. Die Ergebnisse der Gespräche könnten die deutsche Haltung gegenüber Syriens fragiler Transition prägen.

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