Tankrabatt in Deutschland: Wer profitierte wirklich von der Steuerermäßigung?
Elias FrankeTankrabatt in Deutschland: Wer profitierte wirklich von der Steuerermäßigung?
Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie der deutsche Tankrabatt Autofahrern und Mineralölkonzernen zugutekam. Die Steuerermäßigung kostete den Staat 1,6 Milliarden Euro, doch nicht alle Ersparnisse kamen bei den Kraftfahrern an. Ein Teil des Rabatts auf Diesel landete stattdessen bei den Ölunternehmen.
Das ifo Institut verglich die deutschen Spritpreise mit denen in Frankreich, um die Wirkung des Rabatts zu messen. Dabei stellte es fest, dass die Ersparnisse bei den Premiumkraftstoffen Super E5 und Super E10 fast vollständig der Steuerentlastung entsprachen. Autofahrer sparten bei Super E5 17 Cent pro Liter, bei Super E10 waren es 16 Cent.
Die Monopolkommission führte eine eigene Analyse durch. Ihre Ergebnisse zeigten eine leicht höhere Weitergabe der Ersparnisse bei Diesel als in der ifo-Studie, während sie bei Benzin etwas geringer ausfiel. Da beide Untersuchungen unterschiedliche Methoden anwandten, könnten darin die Abweichungen in den Schlussfolgerungen begründet liegen.
Die ifo-Ergebnisse widersprachen zudem den Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (en2x). Der Verband hatte eine andere Verteilung der Ersparnisse zwischen Verbrauchern und Unternehmen dargestellt.
Der Tankrabatt läuft Anfang Juli aus, und die Preise werden voraussichtlich wieder steigen. Allerdings könnten sie sich stabilisieren, falls die USA und der Iran zu einer Einigung gelangen. Die Diskussion darüber, in welchem Umfang die Steuerermäßigung tatsächlich bei den Autofahrern ankam, bleibt aufgrund der unterschiedlichen Forschungsmethoden weiterhin ungeklärt.
