Verbot von Muslim Interaktiv: Wie Deutschland mit politischem Extremismus kämpft
Philipp KochVerbot von Muslim Interaktiv: Wie Deutschland mit politischem Extremismus kämpft
Ein Antrag auf Verbot der Gruppe Muslim Interaktiv löste 2024 in Deutschland eine politische Debatte aus. Die AfD brachte im Mai jenes Jahres einen entsprechenden Vorschlag ein, der zu Diskussionen im Bundestag und in den Landesparlamenten führte. Im November 2025 wurde die Gruppe schließlich wegen ihrer extremistischen Ziele verboten.
Im Mai 2024 reichte die AfD-Fraktion einen Antrag auf Verbot von Muslim Interaktiv ein. Der Bundestag lehnte diesen am 13. Juni 2024 ab – mehrere Parteien stimmten für die Ablehnung. Noch am selben Tag veröffentlichte Baumann ein Video auf Facebook, in dem auf den Antrag Bezug genommen wurde.
Die Hamburger CDU brachte bereits im April 2024 einen eigenen Antrag ein, um die Gruppe auf Landesebene zu verbieten. SPD und Grüne lehnten diesen jedoch ab. Bis Juni 2024 hatte der Hamburger Verfassungsschutz Muslim Interaktiv bereits als „gesichert extremistisch“ eingestuft.
Auch die CDU erlebte Rückschläge: Ihr bundesweiter Antrag zur Bekämpfung des politischen Islam wurde im Juni 2024 von der damaligen Ampel-Koalition aus rechtlichen Bedenken abgelehnt. Die Linke und die BSW stimmten ebenfalls dagegen. Gleichzeitig lehnte die CDU den AfD-Antrag von 2024 ab oder enthielt sich der Stimme – mit Verweis auf die Gefahr einer pauschalen Diffamierung von Muslimen und die Zuständigkeit der Sicherheitsbehörden.
Das Bundesinnenministerium verbot Muslim Interaktiv schließlich Anfang November 2025. Ausschlaggebend war das erklärte Ziel der Gruppe, den Islam als einziges gesellschaftliches Modell durchzusetzen und staatlichen Einfluss abzulehnen.
Das Verbot erfolgte nach langer politischer und juristischer Prüfung. Die Einstufung als extremistisch und die Ablehnung staatlicher Autorität führten letztlich zum Verbot. Der Fall zeigte die tiefen Gräben zwischen den Parteien im Umgang mit dem politischen Islam in Deutschland.
