20 June 2026, 02:01

Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuch und Raus provokanter Republik der Götter

Wiener Festwochen: Frieden kehrt in den Staat der Götter zurück

Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuch und Raus provokanter Republik der Götter

Die Wiener Festwochen feierten ihr 75-jähriges Jubiläum mit einem mutigen Programm unter der Leitung von Milo Rau. Die Veranstaltung verzeichnete mit 196.000 Besuchern einen Rekord – fast zwei Drittel davon strömten zur Eröffnungsinszenierung auf den Heldenplatz. Raus Produktion Die Republik der Götter bildete den Höhepunkt des Festivals und löste eine breite Debatte aus.

Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang und wurde als „das größte Theaterstück aller Zeiten“ und als Weltpremiere angekündigt. Die Inszenierung befeuerte gesellschaftspolitische Diskussionen, insbesondere nach Kontroversen um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco. Trotz des großen Interesses sank die Auslastung der Veranstaltungen unter Raus Leitung in den letzten Jahren leicht von 96 auf 91 Prozent.

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Das Festival präsentierte ein vielfältiges Programm mit starken religiösen und mythologischen Bezügen. Zu den herausragenden Produktionen zählten Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben sowie Susanne Kennedys Parsifal. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel hinterließen bleibenden Eindruck.

Die Einbindung des Publikums stand im Mittelpunkt, etwa bei der interaktiven Performance Turn des Gob Squad-Kollektivs. Weitere gefeierte Arbeiten waren Thorsten Lensings Tanzende Idioten und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor. Das musikalische Spektrum reichte bis zu Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2.

Die Wiener Festwochen schlossen mit der höchsten Besucherzahl ihrer Geschichte und bewiesen damit ihre ungebrochene Anziehungskraft. Raus ambitionierte Vision brachte kritische Debatten und künstlerische Vielfalt in das Programm. Die Mischung aus Performance, Diskurs und Innovation machte das 75. Jubiläum zu einem unvergesslichen Festival.

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