115 Millionen Euro Fehlbetrag gefährden Ausbau der Bahnstrecke München–Freilassing
Lara Bauer115 Millionen Euro Fehlbetrag gefährden Ausbau der Bahnstrecke München–Freilassing
Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing (ABS 38) in Gefahr: 115 Millionen Euro Fehlbetrag droht Projektstop
Die Erweiterung der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing (ABS 38) steht vor dem Aus, nachdem eine neue Finanzierungslücke von 115 Millionen Euro aufgetaucht ist. Die Grünen werfen der Regierung vor, ihre Zusagen für baureife Projekte nicht einzulösen, und nennen die Verzögerung als beispielhaftes Versagen.
Das ABS-38-Projekt sollte die weitgehend eingleisige Strecke durch den Bau eines zweiten Gleises und die Elektrifizierung modernisieren. In 16 Abschnitte unterteilt, hätte der erste Bauabschnitt (Teilstück 1.4) noch in den späten 2020er-Jahren beginnen sollen. Doch nun ist dieser Zeitplan wegen fehlender Mittel infrage gestellt.
Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht sich wegen der Verzögerung scharfer Kritik der Grünen ausgesetzt. Zwar treibt sein Ministerium mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz den beschleunigten Ausbau von Verkehrsprojekten voran, doch gelingt es nicht, die nötigen Haushaltsmittel zu sichern. Die Grünen monieren, dieser Widerspruch untergrabe die Glaubwürdigkeit der Regierungspläne für eine Verkehrswende.
Ohne die fehlenden 115 Millionen Euro drohen dem ABS-38-Ausbau weitere Verzögerungen. Die Zukunft des Projekts hängt nun davon ab, ob zusätzliche Mittel bereitgestellt werden können. Bleibt die Lücke bestehen, könnte der Rückschlag auch die übergeordneten Pläne zur Modernisierung des deutschen Schienennetzes gefährden.