Adidas blockt Straßenbahn durch Firmengelände – und setzt Umgehungslösung durch
Finn HerrmannAdidas setzt sich in Streit um die Drei-Städte-Bahn durch - Adidas blockt Straßenbahn durch Firmengelände – und setzt Umgehungslösung durch
Adidas hat Änderungen an einer geplanten Straßenbahnstrecke im Raum Nürnberg durchgesetzt. Der Sportartikelkonzern setzte sich für Anpassungen ein, um seinen Standort in Herzogenaurach zu schützen. Die überarbeitete Trasse wird nun nicht mehr direkt durch das Firmenhauptquartier verlaufen.
Das Straßenbahnnetz, das die drei Städte verbinden soll, hat zum Ziel, Herzogenaurach – Heimat von Adidas, Puma und Schaeffler – besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Bisher fehlen direkte Anbindungen an das überregionale Schienennetz.
Die ursprüngliche Strecke hätte mitten durch das Adidas-Gelände geführt. Nach Verhandlungen einigten sich die Planer auf eine Umgehungslösung um das Firmengelände. Zudem wird Adidas einen Teil der Investitions- und Betriebskosten des Projekts übernehmen.
Mit dem Bau der Stadt-Umland-Bahn soll frühestens 2028 begonnen werden. Die Verzögerung ermöglicht letzte Anpassungen und die Klärung der Finanzierung. Herzogenaurach, ein wichtiger Industrie Standort, wird von den verbesserten Verkehrsanbindungen profitieren.
Öffentliche Unterlagen zeigen keine vergleichbaren Konflikte zwischen örtlichen CSU-Mitgliedern und Landesvertretern bei früheren Infrastrukturprojekten. Dies deutet darauf hin, dass die Einwirkung von Adidas ein seltener Fall unternehmerischen Einflusses auf die Regionalplanung ist.
Die angepasste Straßenbahntrasse wird nun das Adidas-Gelände umfahren, bleibt aber an das Netz angebunden. Die finanzielle Beteiligung des Unternehmens soll die langfristigen Projektkosten sichern. Die Planer erwarten, dass die Änderungen Unternehmensinteressen und öffentliche Verkehrsbedürfnisse in Einklang bringen.






