Adidas kassiert Millionenstrafe in der Türkei – doch der WM-Ball 2026 glänzt weiter
Lara BauerAdidas kassiert Millionenstrafe in der Türkei – doch der WM-Ball 2026 glänzt weiter
Adidas erleidet herben Rückschlag in der Türkei nach Kartellstrafe in Millionenhöhe
Die Sportmarke Adidas musste in der Türkei einen schweren Dämpfer hinnehmen, nachdem die Wettbewerbsbehörde ein hohes Bußgeld wegen Preisabsprachen verhängte. Die Strafe in Höhe von 402 Millionen türkischen Lira (umgerechnet etwa 9,6 Millionen US-Dollar) wurde ausgerechnet an dem Tag bekannt gegeben, an dem das Unternehmen den offiziellen Spielball für die WM 2026 präsentierte. Die gegensätzlichen Meldungen führten zu starken Schwankungen im Adidas-Aktienkurs.
Die türkische Wettbewerbsbehörde (Rekabet Kurumu) verurteilte die Tochtergesellschaft Adidas Spor Malzemeleri Satış Ve Pazarlama A.Ş. wegen vertikaler Preisbindung (RPM). Als Beweismaterial dienten unter anderem WhatsApp-Nachrichten von Vertriebsmitarbeitern, in denen Händler angewiesen wurden, feste Preise einzuhalten. Zudem verbot das Unternehmen Rabatte unter den empfohlenen Preisniveaus, belohnte regelkonformes Verhalten und drohte Lieferstopp für abweichende Händler an. Für die Tochtergesellschaft ist dies kein Einzelfall: 2015 musste sie bereits 5,9 Millionen TRY für ähnliche Verstöße zahlen, und 2018 gehörte Adidas zu mehreren Firmen, die mit 4,2 Millionen TRY wegen des Austauschs sensibler Preisinformationen bestraft wurden.
Gleichzeitig mit der Strafe stellte Adidas den TRIONDA vor, den offiziellen Spielball der WM 2026. Der Ball ist mit "Connected Ball Technology" ausgestattet, die Echtzeit-Bewegungsdaten an das VAR-System übermittelt. Das Turnier findet in den USA, Kanada und Mexiko statt.
Anleger beobachten nun genau, ob Adidas seine globalen Compliance-Regeln künftig strenger durchsetzt. Die nächsten Quartalszahlen, die am 29. Oktober erwartet werden, werden zeigen, wie sich die regulatorischen Probleme auf die finanzielle Performance des Konzerns auswirken.
Die Strafe von 402 Millionen TRY stellt für Adidas eine erhebliche reputative Herausforderung dar – besonders, da das Unternehmen gleichzeitig strengere Compliance-Maßnahmen bewirbt. Während die Vorstellung des WM-Balls 2026 von den juristischen Problemen überschattet wird, wird der anstehende Finanzbericht Aufschluss darüber geben, wie sich diese Entwicklungen auf das Gesamtgeschäft auswirken. Die Markt Reaktionen spiegeln bereits die Unsicherheit über die nächsten Schritte der Marke wider.






