AfD an Berliner Schulen: Proteste gegen Podiumsdiskussion am TIEM-Gymnasium
Elias FrankeAfD an Berliner Schulen: Proteste gegen Podiumsdiskussion am TIEM-Gymnasium
Die rechtspopulistische AfD ist seit 2016 im Berliner Abgeordnetenhaus vertreten. Aktuell ist sie mit Umfragewerten von 18 Prozent zweitstärkste Kraft. Ihr wachsender Einfluss hat Debatten über ihre Rolle in der öffentlichen Diskussion ausgelöst – insbesondere an Schulen.
Kürzlich nahm die AfD an einer Podiumsdiskussion am Berliner TIEM-Gymnasium teil. Schülerinnen und Schüler protestierten gegen die Veranstaltung mit der Begründung, es handele sich nicht um einen konstruktiven Dialog, sondern um Wahlkampf. Kritiker warnen, dass die Einladung der Partei an solche Foren demokratische Werte und den Bildungsauftrag von Schulen untergrabe.
Schulen haben das Recht, Politiker auszuschließen, wenn deren Äußerungen den Bildungszielen widersprechen. Die AfD hetzt in ihrer Rhetorik regelmäßig gegen Migranten, queere Menschen und Frauen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen. Ihr ehemaliger Abgeordnete Maximilian Krah verbreitete rechtsextreme und frauenfeindliche Aussagen, die in sozialen Medien große Reichweite fanden.
Die Partei wirbt gezielt um junge Wähler, darunter 16- und 17-Jährige, die bei der Wahl am 22. September erstmals ihre Stimme abgeben dürfen. Doch manche argumentieren, dass ein Ausschluss der AfD von Schulveranstaltungen den gegenteiligen Effekt haben könnte: Die Partei könnte dadurch für diese Wählergruppe noch attraktiver werden.
Die Präsenz der AfD an Schulen bleibt umstritten. Zwar ist ein Ausschluss nach geltenden Regeln möglich, doch ihre wachsende Unterstützung und die gezielte Ansprache junger Menschen erschweren die Debatte. Schulen müssen abwägen zwischen den Risiken, der Partei eine Plattform zu bieten, und den möglichen Konsequenzen, sie zum Schweigen zu bringen.
