23 April 2026, 00:07

Amanda Knox unterstützt verurteilte Kinderkrankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus

Ein vergilbtes, altes Buch mit einer Liste von weiblichen Gefangenen, mit Spalten für Namen in schwarzer Tinte.

Amanda Knox unterstützt verurteilte Kinderkrankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus

Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für Lucy Letby erklärt, die ehemalige Krankenschwester, die wegen des Mordes an sieben Babys verurteilt wurde. Bei einer Veranstaltung in London gab Knox bekannt, dass sie Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie Frei zugeschickt habe. Diese Geste hat die Debatte um Knox' eigene Vergangenheit und ihr anhaltendes Engagement für Menschen, die sie für möglicherweise zu Unrecht Verurteilte hält, neu entfacht.

Ihre Äußerungen fielen während einer Fragerunde zu ihrem Dokumentarfilm Der Wolf im Nacken, in der sie auch über ihren Podcast zum Fall Letby sprach. Doch ihr Einsatz hat scharfe Kritik von der Familie von Meredith Kercher hervorgerufen – jener britischen Studentin, deren Mord Knox einst angelastet wurde, bevor sie schließlich freigesprochen wurde.

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Im Greenwich Picturehouse in London kämpfte Knox mit den Tränen, als sie sich an das Publikum wandte. Sie erklärte, sie habe Letby im Gefängnis geschrieben und sie aufgefordert, "an der Hoffnung festzuhalten". Zudem schickte sie Letbys Eltern ein Exemplar von Frei, in dem sie ihr Leben nach dem Freispruch und den Kampf um einen Neuanfang schildert.

Knox argumentierte, dass ein Urteil auch ohne eindeutige Beweise für Unschuld infrage gestellt werden sollte. "Man braucht keinen handfesten Beweis der Unschuld, um zu sagen, dass ein Urteil unsicher ist", erklärte sie dem Publikum. Ihre Worte folgten auf Diskussionen über ihren Podcast, der die umstrittenen Aspekte des Falls Letby beleuchtet.

Die Familie Kercher reagierte mit Empörung. Ihr Anwalt, Francesco Maresca, warf Knox vor, sie "nutze zum wiederholten Mal" das Andenken an Meredith aus, um sich zu bereichern. In einer Stellungnahme erklärte die Familie, sie sei von Knox' neuestem Vorgehen "sprachlos". Seit Langem werfen sie Knox vor, ihre öffentlichen Auftritte und Veröffentlichungen würden die Tragödie des Mordes an Kercher 2007 in Perugia, Italien, ausnutzen.

Knox' Unterstützung für Letby hat sie erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und die Spannungen mit der Familie Kercher wiederaufleben lassen. Der Brief und das Buch an Letby sind ihr jüngster Versuch, sich in Fälle einzubringen, die sie als mögliche Justizirrtümer betrachtet. Gleichzeitig unterstreicht die Kritik der Kerchers die anhaltende Spaltung in der Frage nach Knox' Rolle beim Tod ihrer Tochter und ihrer späteren öffentlichen Präsenz.

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