Apotheken protestieren bundesweit am 23. März 2026 für bessere Finanzierung und Arbeitsbedingungen
Elias FrankeApotheken protestieren bundesweit am 23. März 2026 für bessere Finanzierung und Arbeitsbedingungen
Apotheken in ganz Deutschland bereiten sich auf bundesweite Proteste am 23. März 2026 vor. Apothekeninhaber und Berufsverbände, angeführt vom Deutschen Apothekerverband (ABDA), fordern von der Bundesregierung dringend Kurskorrekturen. Geplant sind Kundgebungen in Großstädten sowie mögliche Schließungen von Apotheken, um bessere Finanzierung und Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
Die Proteste richten sich gegen die Politik, die versprochene Reformen zur Erhöhung der Vergütungen und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen nicht umgesetzt hat. Die Apothekeninhaber pochen auf die im Koalitionsvertrag vereinbarte Anhebung der Festbeträge pro Packung von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro. Zudem fordern sie eine Überarbeitung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG), um Pläne für "Apotheken ohne Apotheker" zu blockieren – ein Modell, bei dem keine durchgehende Anwesenheit eines Apothekers vorgeschrieben wäre.
Die Entscheidung, am 23. März zu schließen, liegt allein bei den Apothekenleitungen, nicht bei den Mitarbeitern. Beschäftigte können nicht gezwungen werden, an den Kundgebungen teilzunehmen. Falls eine Apotheke schließt, müssen die Angestellten dennoch ihr Gehalt erhalten – dies regelt der Annahmeverzug, ein rechtliches Prinzip, das Arbeitgebern verbietet, Löhne für nicht angenommene Arbeitsleistung vorzuenthalten. Zwar dürfen Arbeitgeber während der Schließung alternative Aufgaben zuweisen, sie können von den Beschäftigten aber keine Nacharbeit für ausgefallene Stunden verlangen.
Für Patienten bleibt die Versorgung während des Protests über die Notdienstapotheken gesichert. Bei der Aktion handelt es sich zwar um eine flächendeckende Maßnahme, jedoch nicht um einen Streik – sie wird nicht von Gewerkschaften, sondern von Apothekeninhabern und Berufsverbänden organisiert. Im Mittelpunkt stehen die finanzielle Notlage seit 2013 und die Forderung nach grundlegenden Reformen.
Geplant sind Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. Die Apothekeninhaber bestehen auf die Umsetzung der Gebührenerhöhungen und lehnen Pläne für unbeaufsichtigte Apotheken ab. Das Ergebnis der Proteste könnte die zukünftigen Arbeitsbedingungen und die Finanzierung des gesamten Sektors prägen.