Apothekenreform: CDU drängt auf faire Bezahlung und digitale Patientenakte
Lara BauerApothekenreform: CDU drängt auf faire Bezahlung und digitale Patientenakte
Die Verhandlungen über Apothekenreformen werden laut der gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU, Simone Borchardt, in der kommenden Woche an Fahrt aufnehmen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen zentrale Themen wie die Vergütung, der digitale Zugang sowie die Eindämmung der Ausweitung von Medikamentenverkäufen durch Drogeriemarktketten. Borchardt hat deutlich gemacht, dass die Sicherung fairer Bezahlung für Apotheker:innen und die Vermeidung finanzieller Risiken für sie oberste Priorität haben.
Anfang März 2026 hatte Gesundheitsministerin Nina Warken Pläne bekannt gegeben, die Apothekenpauschale auf 9,50 Euro pro abgegebene Packung anzuheben. Diese Erhöhung, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, soll die Existenz lokaler Apotheken sichern und Schließungen verhindern. Die Änderung soll im Frühling 2026 per Verordnung eingeführt werden und wird von CDU und CSU unterstützt, darunter auch von Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach.
Borchardt betont die Notwendigkeit einer klaren Definition der Festgebühr. Zudem setzt sie sich dafür ein, dass Apotheker:innen Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) erhalten, um gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden. Ein weiteres Anliegen ist die Null-Retaxationsregelung, die Apotheker:innen derzeit finanziellen Risiken aussetzt – ein Zustand, den Borchardt als inakzeptabel bezeichnet.
Thema der Verhandlungen werden auch Rabatte auf Medikamente und die weitere Digitalisierung des Sektors sein. Allerdings bleibt Borchardt hart, wenn es darum geht, Versandapotheken und ausländischen Online-Apotheken weiteren Spielraum zu verschaffen. Die noch ungelöste Frage der Vertretung von Pharmazeutisch-technischen Assistent:innen (PTA) steht ebenfalls auf der Agenda, auch wenn bisher noch kein Lösungsvorschlag vorliegt.
Die anstehenden Gespräche werden maßgeblich prägen, wie Apotheken in den kommenden Jahren arbeiten. Sollte die höhere Pauschalgebühr beschlossen werden, könnte dies den finanziellen Druck auf lokale Apotheker:innen verringern. Strengere Regeln für Drogeriemarktketten und der digitale Zugang könnten zudem beeinflussen, wie Patient:innen künftig ihre Medikamente erhalten.






