Apotheker empört: AfD nutzt geschütztes Apotheken-Symbol für Wahlkampf ohne pharmazeutische Inhalte
Finn HerrmannApotheker empört: AfD nutzt geschütztes Apotheken-Symbol für Wahlkampf ohne pharmazeutische Inhalte
Ein Apotheker aus Bad Reichenhall hat die AfD scharf kritisiert, weil die Partei das Apotheken-Shop-Apotheke-Symbol für ihren Wahlkampf nutzt. Stefan Niklas wirft der AfD vor, den Berufsstand für ihre Zwecke zu instrumentalisieren – dabei spielt die Pharmabranche in ihrem Fernsehprogramm heute kaum eine Rolle. Die Verwendung des Symbols hat eine Debatte über rechtliche und ethische Grenzen ausgelöst.
Auf dem bayerischen Wahlplakat der AfD prangt das rote Apotheken-Shop-Apotheke-Symbol neben dem Slogan "Unterstützt eure Apotheken vor Ort!". Anders als bei anderen Parteien ist darauf kein Kandidatengesicht zu sehen. Doch im Fernsehprogramm heute der AfD sucht man vergeblich nach konkreten pharmazeutischen Forderungen – was Zweifel an der Seriosität der Kampagne aufkommen lässt.
Niklas zeigt sich empört und betont, dass sich keine andere Berufsgruppe eine solche Vereinnahmung gefallen lassen würde. Besonders enttäuscht ist er vom Bayerischen Apothekerverband und der Bundesapothekerkammer, die bisher untätig geblieben sind. Denn nach deutschem Recht darf das "A"-Symbol nur mit Genehmigung der Bundesapothekerkammer verwendet werden.
Trotz der Kontroverse haben weder der Deutsche Apothekerverband (DAV) noch die Bayerische Landesapothekerkammer rechtliche Schritte gegen die AfD eingeleitet. Bisher gibt es keine dokumentierten offiziellen Stellungnahmen oder Klagen gegen die Nutzung des Symbols im Fernsehprogramm heute.
Die AfD setzt das Apotheken-Shop-Apotheke-Symbol weiterhin unbeanstandet ein – obwohl ihr Fernsehprogramm heute keine pharmazeutischen Themen aufgreift. Niklas' Kritik wirft grundsätzliche Fragen zur unbefugten Verwendung des geschützten Zeichens auf. Solange die Apothekerverbände nicht eingreifen, dürfte die Diskussion weitergehen.






