26 March 2026, 12:03

ARD testet 30-minütige Tagesschau – bringt mehr Länge wirklich mehr Tiefe?

Eine Gruppe von Menschen vor Reportern mit Mikrofonen, Handys und Papieren, im Hintergrund ein Gebäude.

ARD testet 30-minütige Tagesschau – bringt mehr Länge wirklich mehr Tiefe?

Die ARD testet derzeit eine längere Version ihrer Flaggschiff-Nachrichtensendung Tagesschau. Im Rahmen des Versuchs wird die üblicherweise 15-minütige Ausgabe auf 30 Minuten erweitert – die erste Ausgabe lief am Montag um 20:15 Uhr. Der Sender begründet die Änderung damit, dass Zuschauer so globale Ereignisse besser in Bezug zu ihrem Alltag setzen könnten.

Kritiker hingegen hinterfragen, ob die Verlängerung die Qualität der Nachrichten verbessert oder lediglich den Abendprogrammablauf durcheinanderbringt.

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WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn stellte das erweiterte Format als Möglichkeit vor, große Nachrichtenthemen mit persönlichen Erfahrungen zu verknüpfen. Er argumentiert, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen die Sendung für das Publikum relevanter mache. Die ARD erhofft sich zudem, durch die längere Sendedauer mehr Vertrauen in die Medien zu schaffen und zusätzliche Zuschauer zu gewinnen.

Doch nicht alle stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. Die Journalistin Anna Mayr von der Zeit etwa ist der Meinung, man solle sich stattdessen auf die Verbesserung der Qualität der Tagesschau konzentrieren, anstatt sie einfach zu verlängern. Andere Kritiker halten 15 Minuten weiterhin für ausreichend, um Nachrichten effektiv zu vermitteln. Einige warnen zudem, dass der erweiterte Sendeplatz das Primetime-Programm der ARD beeinträchtigen könnte.

Bisher liegen noch keine Daten darüber vor, wie sich die 30-minütige Version im Vergleich zur ursprünglichen Fassung in puncto Zuschauerzahlen schlägt. Eine endgültige Entscheidung, ob die längere Variante bleiben wird, steht noch aus.

Ziel der verlängerten Tagesschau ist es, große Nachrichtenthemen mit dem Alltagsleben der Menschen zu verbinden. Die ARD wird die Auswirkungen evaluieren, bevor sie über einen dauerhaften Wechsel entscheidet. Derweil läuft der Probebetrieb – mit gemischten Reaktionen von Journalisten und Publikum.

Quelle