25 January 2026, 10:03

Bahnprojekt München–Mühldorf droht zu scheitern: 115 Millionen Euro fehlen

Eine detaillierte Stadtkarte, die eine hervorgehobene Bahnroute von München nach Frankfurt zeigt, einschließlich Haltestellen, Umgebung und Text mit Informationen über die Länge des Zugs, die Entfernung und Sehenswürdigkeiten.

Bahnprojekt München–Mühldorf droht zu scheitern: 115 Millionen Euro fehlen

Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing in der Schwebe: Finanzierungslücke gefährdet Projekt

Die Pläne zum Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing stehen vor ungewisser Zukunft, nachdem eine Finanzierungslücke aufgetaucht ist. Für das 145 Kilometer lange Vorhaben – eines der größten Bahnprojekte Bayerns – waren ursprünglich 1,2 Milliarden Euro aus Bundes-, Landes- und EU-Mitteln vorgesehen. Doch nun fehlen 115 Millionen Euro, was zu weiteren Verzögerungen führen könnte.

Die geplante zweigleisige Ausbaustrecke mit Elektrifizierung wurde bereits 1991 vorgeschlagen, mit einem ursprünglichen Fertigstellungstermin im Jahr 2000. Trotz jahrzehntelanger Planung ist das Projekt bis heute nicht abgeschlossen. Die Finanzierung stammt vor allem aus dem Bundesprogramm DEUFE, dem bayerischen Landeshaushalt und dem EU-Infrastrukturfonds TEN-T.

Die Deutsche Bahn hat vom Bundesverkehrsministerium (BMV) noch keine Zusage für die ausstehenden Mittel erhalten. Ohne diese bleibt die Zukunft des Projekts unklar. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) forderte die Bundesregierung auf, die fehlenden Gelder freizugeben, und betonte die Bedeutung der Strecke für den Regional- und grenzüberschreitenden Verkehr. Österreich hat bereits mit der Modernisierung seines Abschnitts begonnen – ein Zeichen für die internationale Relevanz des Vorhabens.

Unterdessen warnte die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, dass ein Stopp der Arbeiten gebrochene politische Versprechen bedeuten und der regionalen Wirtschaft schaden würde. Die grüne Bundestagsabgeordnete Viktoria Broßart kritisierte die Bundesregierung dafür, die fehlenden 115 Millionen Euro nicht bereitzustellen, obwohl ein 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturfonds zur Verfügung stehe.

Der Ausbau der Strecke München–Mühldorf–Freilassing hängt nun in der Schwebe. Sollte die Finanzierung nicht gesichert werden, könnten sich weitere Verzögerungen ergeben – mit Folgen für den Regionalverkehr und die wirtschaftliche Entwicklung. Die nächsten Schritte der Bundesregierung werden entscheiden, ob das lang ersehnte Projekt vorankommt oder erneut ins Stocken gerät.