Bayerische Ampeln zeigen Dürers Hasen und knödelwerfende Frauen statt Standardfiguren
Lara BauerWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Ampeln zeigen Dürers Hasen und knödelwerfende Frauen statt Standardfiguren
Fußgängerampeln in Bayern erhalten lokalen Touch – von Dürers Hasen bis zur Knödelwerferin
In ganz Bayern erhalten Fußgängerampeln einen regionalen Einschlag: Statt standardisierter Figuren zieren nun kulturelle Symbole die Signale. Von Albrecht Dürers "Feldhasen" in Nürnberg bis zu einer knödelwerfenden Frau in Deggendorf sollen die kreativen Entwürfe den lokalen Stolz zur Schau stellen. Doch nicht alle Vorschläge stoßen bei den Behörden auf Begeisterung.
Der Trend begann mit Sondergenehmigungen für thematische Ampeln. Die "Kasperl"-Ampel in Augsburg benötigte etwa die Zustimmung der Regierung von Schwaben, bevor sie installiert werden durfte. Nürnberg führte Anfang 2026 eine eigene Variante ein – am Äußeren Laufer Gasse leuchtet seither Dürers "Junger Hase" als Signalgeber.
München zeigt mittlerweile an drei Kreuzungen im Stadtteil Lehel "Pumuckl", den schelmischen Kobold aus den Kinderbüchern. Straubing entschied sich für "Bruder Straubinger", eine lokale Volksfigur, während in Dachau die Ampelmännchen in traditioneller Tracht zu sehen sind – die Schablonen und das Design kosteten gerade einmal 300 Euro. In Deggendorf warten Fußgänger unter den wachsamen Augen einer Frau, die Knödel durch die Luft wirbelt.
Doch nicht jede Idee setzte sich durch. Der Plan der Stadt Hof, ihren berühmten Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" zu ehren, scheiterte zunächst an Bedenken der Verkehrssicherheit. Das bayerische Innenministerium bleibt vorsichtig und argumentiert, dass standardisierte Designs für Klarheit sorgen und Risiken minimieren. Trotzdem haben Städte wie Mainz den Trend bereits aufgegriffen: Seit 2019 leuchten dort elf Ampeln mit den "Mainzelmännchen".
Die Initiative für regional geprägte Ampeln spiegelt ein größeres Bestreben wider, die lokale Identität zu feiern. Während einige Entwürfe auf Widerstand stoßen, sind genehmigte Figuren – wie der Hase in Nürnberg oder die Tracht-tragenden Ampelmännchen in Dachau – längst Teil des Alltags. Die Diskussion zwischen kreativem Ausdruck und der Notwendigkeit einheitlicher Sicherheitsstandards dauert indes an.






